Villmergen
An dieser Fasnacht gibt es viele Überraschungen

Die Fasnachtsgesellschaft Heid-Heid feiert dieses Jahr ihr 50-Jahr-Jubiläum im ganz grossen Rahmen.

Selina Mosimann
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Die spektakulären Kostüme sind jedes Jahr der Hingucker. (zvg)

Die spektakulären Kostüme sind jedes Jahr der Hingucker. (zvg)

Konventionell und durchgeplant – für die Fasnachtsgesellschaft Heid-Heid aus Villmergen ein Albtraum. Dann schon eher spontan, lebendig, facettenreich und ab und zu auch ein bisschen frech. Seit 50 Jahren zelebrieren die Heiden und Gugger aus Villmergen viel Klamauk, Kakofonie, Strassen- und Beizenfasnacht, Jubel und Trubel. Das neue Motto heisst sinnstiftend: «Heid-Heid im Wunderland».

Fasnacht ist nicht nur Guggen

Im Heid-Heid Wunderland ist alles möglich: Exotische Kostüme, Unterhaltung und Maskenbälle finden ebenso Platz wie Guggenmusik, ausgefallene Wagen und viel Unerwartetes. «Für mich ist Fasnacht Kultur. Es ist die kreativste Zeit des Jahres, in der Hunderte Freiämter malen, nähen, organisieren und sich für eine Sache einsetzen», sagt Esther Sorg. Die Heidenguggerin ist mit der Heid-Heid aufgewachsen und hat im Alter von 12 Jahren mit ihrer besten Freundin die Schnitzelbank «Schnoranzia» ins Leben gerufen. Fragt man sie nach den Darbietungen der Heid-Heid, sprudelt es aus ihr heraus. «Vor der Fasnacht kann ich kaum schlafen, ständig fallen mir neue lustige Ideen ein.»

Es gibt sie vielenorts, die Guggenmusik, doch bei den Fasnächtlern in Villmergen wird Wert darauf gelegt, dass nebst der Musik auch die Strassen- und Beizenfasnacht nicht zu kurz kommt. Der Schmutzige Donnerstag in den Beizen ist nur einer von vielen Höhepunkten.

Jubiläum ist Riesenprojekt

Das Jubiläumsjahr ist besonders speziell: Damit so viel buntes Treiben rund um die Jubiläumsnacht möglich wird, arbeiten zahlreiche Engagierte mit unerschöpflichem Enthusiasmus und Herzblut für dieses Spektakel. Neue Kostüme, von einer Schneiderin designt, ein eigenes Bier und eine Best of CD sind nur wenige Auszüge aus den Plänen der diesjährigen Fasnacht. «Das sind die schönsten Kostüme, die wir je hatten», schwärmt Esther Sorg. Ihr Mann, Franz Bereuter, ist der musikalische Leiter und probt fleissig mit den rund 40 Guggern auf den grossen Moment hin. Noch vor einigen Jahren waren es weniger Musiker. Die Regel besagte, dass Frauen keine Guggerinnen sein dürfen. Das passte den starken Frauen nicht. Kühn und hemmungslos nahm Esther Sorg eines Abends das Horn in die Hand und spielte bei den Männern mit. Dies führte natürlich zu hitzigen Diskussionen doch am Ende war klar: Auch die Frauen gehören in die Guggentruppen.

Am 22. Februar ist der Jubiläumstag und schon um 14 Uhr beginnt das Programm auf dem Dorfplatz in Villmergen. Für die ganz kleinen Fasnächtler gibt es nebst Konfetti und Süssem vieles zu entdecken. Eine Retro-Show aller alten «Guggemusiggwändli» läutet die Premiere des neuen Kostüms ein und mit lautem Tamtam geht es dann nahtlos in den Güggiball über.

Präsident Reto Köpfli hat alle Hände voll zu tun. Zum Glück behält der Berufspilot auch in Krisensituationen einen klaren Kopf, denn das lebendige Fasnachtstreiben ist schwer planbar. Wie immer wird noch nicht alles verraten. Eine Story ist «Top Secret» und sorgt für den grossen Knüller. Die Heid-Heid-Fasnächtler hüten das Geheimnis wie ihren Augapfel und freuen sich schelmisch auf die Auferstehung des Wunderlands.