Berikon
Amtsvormundschaft im Bezirk Bremgarten wird ausgebaut

Im Lauf der nächsten Monate wird die Amtsvormundschaft für die 23 Gemeinden des Bezirks Bremgarten vergrössert. An einer ausserordentlichen Abgeordnetenversammlung in Berikon kam der geplante Ausbau klar durch.

Lukas Schumacher
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Die Abgeordneten der Gemeinden stimmten deutlich für mehr Fachkräfte in der Amtsvormundschaft – links Ursula Gehrig, Gemeinderätin von Oberwil-Lieli und Stimmenzählerin an der Versammlung. sl

Die Abgeordneten der Gemeinden stimmten deutlich für mehr Fachkräfte in der Amtsvormundschaft – links Ursula Gehrig, Gemeinderätin von Oberwil-Lieli und Stimmenzählerin an der Versammlung. sl

Dies ohne grosse Diskussion, bei 25 Ja, 5 Nein und wenigen Enthaltungen. Zugestimmt haben sowohl die meisten grösseren Gemeinden, die je zwei Stimmen haben, als auch die meisten kleineren, die je eine Stimme haben.

«Rasche Entlastung tut not»

Auslöser und Hintergrund der personellen Aufstockung ist die Überlastung der Amtsvormundschaft im Bezirk Bremgarten. «Ein Amtsvormund sollte nicht mehr als 80 Mandate führen», sagte Amtsvormundschaftspräsident Bruno Breitschmid (Wohlen). Derzeit betreue ein Amtsvormund, hochgerechnet auf 100 Stellenprozente, aber 119 unmündige Mandanten in unserer Region. «Eine Entlastung tut not, der Ausbau muss zügig erfolgen.» Die Erweiterung bewirke, dass die Zahl der Fälle pro Amtsvormund zwar nicht auf 80, aber immerhin auf 90 sinken werde.

Der Vorstand der Amtsvormundschaft hatte den Ausbau ursprünglich erst aufs Jahr 2013 umsetzen wollen. Dagegen wehrte sich das Team um Amtsvormundschafts-Stellenleiter Daniel Rohrer. Es bat den Vorstand, zügig einzugreifen und
damit eine rasche Verbesserung der Arbeitsbedingungen herbeizuführen. Dies nicht zuletzt deshalb, weil die Überlastung den Besuch unerläss-
licher Weiterbildungskurse massiv erschwere, ja verunmögliche.

Bald unter einem Dach?

Im Blickpunkt der nächsten ordentlichen Abgeordnetenversammlung vom 2. Mai soll eine in Auftrag gegebene Organisationsanalyse stehen. Die Ergebnisse liegen vor, werden aber noch unter Verschluss gehalten. Eine wichtige Erkenntnis daraus: Die in Bremgarten und in Wohlen untergebrachte Amtsvormundschaft soll in absehbarer Zeit räumlich zusammengelegt werden, wovon man sich deutliche Kosteneinsparungen erhofft.

Neu gehört die Bremgarter Stadträtin Bernadette Sutter dem Vorstand der Amtsvormundschaft an. Sie ersetzt die ehemalige Bremgarter Stadträtin Claudia Breitenstein, die für ihr zweijähriges Wirken im Vorstand kurz geehrt wurde. Fortan wird die Abgeordnetenversammlung der Amtsvormundschaft zweimal jährlich tagen und nicht bloss einmal. Bei einer Konsultativabstimmung sprachen sich praktisch alle Abgeordneten für diesen neuen Tagungsmodus mit einer Budget- und einer Rechnungsversammlung aus.