Muri

Amtsschimmel: Jetzt will der Gemeinderat das Fassadenbild doch noch retten

Stopplicht für das Wegputzen des Fassadenbildes: Mit einem nachträglichen Gesuch besteht die Chance, dass es im Weiler Hasli bleiben darf.

Stopplicht für das Wegputzen des Fassadenbildes: Mit einem nachträglichen Gesuch besteht die Chance, dass es im Weiler Hasli bleiben darf.

Der Gemeinderat Muri stellt eine nachträgliche Bewilligung für das Fassadenbild der jungen Künstlerin Barbara Enzeler an einem Haus im Weiler Hasli in Aussicht.

Das Fassadenbild von Barbara Enzler am Haus von Willi und Ruth Staubli im Weiler Hasli könnte erhalten bleiben. In einer Stellungnahme auf den Bericht der az vom 17. Februar schreibt der Gemeinderat, er habe Kontakt mit dem Grundeigentümer aufgenommen und werde die Einreichung eines nachträglichen Gesuchs mit ihm besprechen. «Die Gemeinde wird sich beim Kanton für eine nachträgliche Bewilligung stark machen und hofft, dass auf diesem Weg das Fassadenbild erhalten bleibt.»

Am 2. Februar hatte die Abteilung Bau und Planung in einem Brief an Staubli festgehalten, das Fassadenbild am Gebäude Nr. 243, ein Kind, das Seifenblasen in die Luft pustet, sei nicht typisch für das Weilerbild und wirke sich als störendes Element im Erscheinungsbild des Weilers Hasli aus. Demzufolge sei das Bild bis spätestens Freitag, 11. März, zu entfernen. Das machten die az und Tele M1 publik, worauf sich zahlreiche Personen nicht nur in den Leserbriefspalten, sondern auch in sozialen Medien wie Facebook und per E-Mail für die Erhaltung des Fassadenbildes einsetzten.

In seiner Stellungnahme hält der Gemeinderat nun fest, dass jeder Bauherr, der einen Neubau erstellt oder ein Gebäude sanieren will, ein Material- und Farbkonzept zur Genehmigung einzureichen hat, bevor er die Fassade bemalt. «Das Fassadenbild auf dem alten Gebäude im Hasli wurde tatsächlich schon vor etwa zwei Jahren aufgemalt. Da für dieses Gebäude eine Abbruchbewilligung erteilt worden war, wurde das von Barbara Enzler gestaltete Bild unbürokratisch auf Zeit toleriert». Zum Abbruch des Hauses sei es allerdings nicht gekommen; Staubli erwarb das Gebäude mitsamt dem Fassadenbild.

«Nachdem sich ein benachbarter Mieter anlässlich eines kürzlich angesetzten Augenscheins in anderer Angelegenheit über die ungleiche Behandlung beschwert hatte, sah sich die Gemeinde Muri zu einer Reaktion veranlasst. Es gilt der Grundsatz der Gleichbehandlung vor dem Recht», schreibt der Gemeinderat weiter. «Erschwerend kam hinzu, dass der Weiler Hasli ein im Inventar schützenswerter Ortsbilder der Schweiz eingetragener Ort von nationaler Bedeutung ist.» Grundsätzlich sei nichts gegen diesen Hausschmuck einzuwenden. Der Gemeinderat sei jedoch verpflichtet, auch im vorliegenden Fall alle Bürgerinnen und Bürger gleich zu behandeln. Jetzt hat er mit dem Grundeigentümer Kontakt aufgenommen, um eine nachträgliche Einreichung eines Gesuchs zu besprechen und so den Weg zu ebnen, damit das Fassadenbild erhalten bleiben kann.

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