Die Unsitte Littering grassiert überall. Was würde eine gemeinsame Strategie der Gemeinden gegen das achtlose Wegschmeissen von Abfällen im öffentlichen Raum bringen? Und welche Elemente müsste ein Massnahmenkatalog aufweisen? Mit diesen Fragen befasste sich die Gemeindeammännervereinigung des Bezirks Bremgarten an der Tagung in Oberwil-Lieli. In der Diskussion setzte sich rasch die Erkenntnis durch, dass Kollektiv-Aktionen mühsam zu realisieren wären und obendrein kaum Erfolg versprechen.

Video und Verzicht auf Kübel

Auch künftig also wird jede Gemeinde gesondert versuchen, das Littering-Problem einigermassen in den Griff zu bekommen. Dazu sind die Gemeinden auch verpflichtet. In Oberwil-Lieli und weiteren Gemeinden bewähren sich Video-Überwachungen der Sammelstelle samt anschliessender Veröffentlichung der Bussen, die man gegen Abfallsünder verhängt.

In Hägglingen ist ein privater Sicherheitsdienst unterwegs, der bekannte Litteringstellen aufsucht. In Villmergen stattet die Repol im Auftrag des Gemeinderats den Jugendplätzen Besuche ab und spricht auch mit den Jugendlichen übers Littering. Ein spezielles Rezept bewährt sich laut Vizeammann Hanspeter Flückiger recht gut in Fischbach-Göslikon: der Verzicht aufs Aufstellen von Abfallkübeln am Reussufer sowie am Fischbacher Mösli und Bewegungsmelder bei der Schulanlage.

Zu reden gab an der vom Wohler Gemeindeammann Walter Dubler geleiteten Tagung die Software Verano, die der Kanton Aargau und die Gemeinden für die Veranlagung der Steuerpflichtigen verwenden.

Ärger über Verano

Laut Dubler muss die Software in Bälde auf den neuesten Stand gebracht werden. Kantonsvertreter sind der Auffassung, dass die Gemeinden den Verano-Ausbau vorfinanzieren sollten, und zwar mit einem jährlichen Betrag von sechs Franken je Steuerpflichtigen.

Diese Finanzierungsidee kam in Oberwil-Lieli schlecht an. «Dem Kanton stehen für die EDV jährlich 50 Mio. Franken zur Verfügung», sagte Oberwil-Lielis Ammann Andreas Glarner, «dieser stattliche Betrag muss reichen». Offensichtlich fehle es «Aarau» an Fachkompetenz. Bremgartens Stadtammann Raymond Tellenbach zeigte sich ebenfalls verärgert. Es könne doch nicht sein, dass der Kanton Verano an die Wand fahre und die Weiterentwicklung finanziell den Gemeinden aufhalse. Tellenbach plädierte «für einen fairen Kostenteiler zwischen dem Kanton und den Gemeinden».

Unterstützungsgelder fallen weg

Peter Hägler (Muri), Präsident von Erlebnis Freiamt, berichtete über die Aktivitäten der vor 15 Jahren gegründeten Einrichtung Erlebnis Freiamt. Aufs Konto des Vereins gehen sowohl die Gestaltung und der Unterhalt des Freiämter-, des Kinder- und des Sagenwegs als auch die Produktion der Veloweg- und der Freizeitkarte. Damit hat Erlebnis Freiamt bei Tagestouristen und den Freiämtern – laut Hägler wohnen in beiden Bezirken Muri und Bremgarten 105 000 Leute, somit sei jeder sechste Aargauer ein Freiämter – tüchtig punkten können.

Die Finanzierung der Aktivitäten wird für den Verein bald schwieriger. «Ende 2015 fallen die Unterstützungsgelder von Bund und Kanton Aargau weg», teilte Hägler mit. Umso wichtiger sei, dass die Gemeinden im Freiamt bei der Stange blieben. Viele, wenn auch nicht alle Gemeinden würden dem Verein unter die Arme greifen, dafür sei er sehr dankbar.