Beinwil
Am Skilift Horben hat schon manches Ski-Ass angefangen

Wenn Alois und Margot Waser Glück haben, gibt es noch ein paar Wochenenden wie letztes. Diese brauchen sie, um ihren Skilift auf dem Horben in diesem Winter noch in die schwarzen Zahlen zu bringen.

Eddy Schambron
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«Am letzten Wochenende hatten wir zahlreiche Besucherinnen und Besucher, die die schönen Schneeverhältnisse ausnutzten», freut sich Alois Waser. Es war bisher das einzige in diesem Winter, an dem der 300 Meter lange Lift in Betrieb genommen werden konnte. Ein gutes Wochenende, das bedeutet 200 oder mehr Personen, die den Lift nutzen.

Skitöff statt Pistenfahrzeug

Üppig ist die Schneedecke nicht: «Oben 20 Zentimeter, unten 15 Zentimeter», weiss Waser. Das hat ihm einiges an Mehrarbeit verursacht. «Den Hang konnte ich nicht mit dem Pistenfahrzeug präparieren, ich musste den Skitöff dafür nehmen.» Und bei der Einfahrt zum Lift, welche nahe am schützenden Waldrand liegt, hat er Schnee zugeführt, damit die Skifahrer problemlos zufahren können.

Auch gestern Nachmittag war der Lift in Betrieb, und er soll die ganze Woche laufen, wenn das Wetter mitmacht. Dank den tiefen Temperaturen bleibt die Schneedecke erhalten. Aber noch etwas Schneefall würde Waser gern sehen, nicht nur, weil er ihm einiges an Mehrarbeit ersparen würde. «Wenn es genügend Schnee hat, ist der Horben ein beliebtes Ziel», weiss er. Am Wochenende betreibt er deshalb sogar einen kleinen Imbissstand mit warmen Getränken, Hotdogs und Pommes frites. Als Schutz gegen die bissige Bise hat er ein Zelt aufgestellt.

Lange gültige Fahrkarten

Nicht an jedem Lift wird man so betreut wie auf dem Horben. Alois Waser hilft den Kindern, den Bügel sicher und ruckfrei zu packen. «So nimmt man ihnen die Angst vor dem Lift, und gegen Abend können sie es alleine.» Eine Spezialität des Horben-Skiliftes ist es, dass Einzelfahrtenbillette – im Gegensatz zu den Tages-Skipässen – ihre Gültigkeit behalten, auch wenn die Saison vorüber ist. «Letztes Jahr kam ein Skifahrer mit einer 35-jährigen Einzelfahrkarte und fragte, ob sie noch gültig sei», erzählt Waser. Klar war sie noch gültig. «Die hat noch mein Vater verkauft.»

In Betrieb genommen haben den Skilift Wasers Eltern, Albert und Rosa, vor über 40 Jahren. Der Einsatz von Schneelanzen, schon einmal geprüft, ist kein Thema mehr. Zu viel Opposition von Naturschützern und zu hohe Kosten haben die Wasers wieder von der Idee abgebracht.