Bremgarten
Am Markt der Vielfalt fühlt sich auch König Arthur wohl

Am vergangenen Wochenende wurden die Besucher des Reussstädtchens in die Zeit der Ritter und Burgen entführt.

Nora Güdemann
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Mittelaltermarkt Bremgarten 2016
12 Bilder
Mittelaltermarkt Am Mittelaltermarkt im Bremgarten fühlt man sich versetzt in ein anderes Jahrhundert.
Mittelaltermarkt Am Mittelaltermarkt im Bremgarten fühlt man sich versetzt in ein anderes Jahrhundert.
Mittelaltermarkt Am Mittelaltermarkt im Bremgarten fühlt man sich versetzt in ein anderes Jahrhundert.
Mittelaltermarkt Am Mittelaltermarkt im Bremgarten fühlt man sich versetzt in ein anderes Jahrhundert.
Mittelaltermarkt Am Mittelaltermarkt im Bremgarten fühlt man sich versetzt in ein anderes Jahrhundert.
Mittelaltermarkt Am Mittelaltermarkt im Bremgarten fühlt man sich versetzt in ein anderes Jahrhundert.
Mittelaltermarkt Am Mittelaltermarkt im Bremgarten fühlt man sich versetzt in ein anderes Jahrhundert.
Mittelaltermarkt Am Mittelaltermarkt im Bremgarten fühlt man sich versetzt in ein anderes Jahrhundert.
Mittelaltermarkt Am Mittelaltermarkt im Bremgarten fühlt man sich versetzt in ein anderes Jahrhundert.
Mittelaltermarkt Am Mittelaltermarkt im Bremgarten fühlt man sich versetzt in ein anderes Jahrhundert.
Mittelaltermarkt Am Mittelaltermarkt im Bremgarten fühlt man sich versetzt in ein anderes Jahrhundert.

Mittelaltermarkt Bremgarten 2016

Regen prasselt laut auf die Planen der Marktstände, andauernd weicht man Pfützen aus oder bekommt von fremden Schirmen Seitenhiebe verpasst. Das Wetter war am Sonntag ganz und gar nicht gnädig mit dem Markt der Vielfalt in Bremgarten – die Stimmung und die Ausstrahlung des Marktes litten aber trotzdem nicht.

Fast 20 000 Besucher erkundeten am Wochenende das Angebot der Marktfahrer, die auf dem Handwerker-, altstadt-, und -antiquitätenmarkt ihre Waren anpriesen. Vor allem auf dem Mittelaltermarkt konnte man spezielle Dinge kaufen: Handgemachte Laternen, Waffen, Bögen, Rüstungen, Kleider, Schmuck, Räucherwaren oder Instrumente, kurzum alles, was das mittelalterliche Herz begehrt.

Aber nicht nur die aussergewöhnlichen Waren der Händler sind faszinierend. Die Stimmung am Markt elektrisiert, man fühlt sich tatsächlich in die Zeit von König Artus und den Rittern der Tafelrunde zurückversetzt.

Honigmet hilft gegen Kälte

Patrick Ruch sitzt im Hauptzelt des Lagers «Caligatus Feleus» an einem robusten Holztisch, ein Schwert lehnt an seinem Bein. Seine Gestalt wirkt so imposant, dass man sich fast schon vor ihm verbeugen will. Ruch veranstaltet selbst auch Mittelalterfeste- und märkte, in Bremgarten wollen er und sein Gefolge den Besuchern den echten, detailgetreuen Lebensstil präsentieren: «Wir leben das Mittelalter. Es ist eine wunderbare Abwechslung zum Alltag, obwohl für mich das Mittelalter schon zum Beruf geworden ist.»

Im Zelt steht man auf allerlei bunten Teppichen, Stickereien hängen an den Planen und auf einer Truhe liegt eine Rüstung, so, als hätte ein Ritter sie nach einem langen Tag genervt in die Ecke geworfen.

Auch für Juan Iglesias ist das Mittelalter eine Form der Entspannung. Der 33-jährige Berner betreibt frühmittelalterlichen Kampfsport beim Verein Torgus caturix. Warum gefällt es ihm aber, mit Schwert und Schild den Zweikampf zu wagen? «Es chlöpft eifech», begründet er, «es macht unheimlich Spass, aus der Reihe zu tanzen, zu rebellieren und sich dazu noch körperlich zu verausgaben.»

Neben actionreichen Kampfszenen hatte der Mittelaltermarkt aber auch ruhige Szenen zu bieten: Der Platz am Lagerfeuer, wo Suppe gekocht wird, hilft, die Kälte aus den Knochen zu vertreiben, und nach einem Tonbecher voll Honigmet friert man sowieso nicht mehr. Auch für die Kleinen wurde viel geboten: Drachenschiessen mit Pfeil und Bogen, eine Fahrt auf einem altertümlichen Riesenrad oder Stargast Kuno, ein zahmer Uhu.

Urs Gamper, Präsident des Vereins Mittelalter Bremgarten, erzählt vom Wochenende: «Die Marktfahrer sassen abends noch zusammen am Feuer, es wurde musiziert und erzählt.» Auch mit den Einnahmen sind sie zufrieden, der Mittelaltermarkt konnte sogar mehr Besucher als letztes Jahr anlocken, trotz Regen und Kälte. Aber ein Ritter oder eine Burgdame, die nicht mal ein paar Regentropfen vertragen, haben im Mittelalter ja auch nichts verloren.