Oberlunkhofen
Am Andermatt-Projekt für «Wohnen im Alter» scheiden sich die Geister

Das Bauprojekt in Oberlunkhofen für Alters- und Pflegewohnungen geht in eine neue Runde: Am 23. Mai befindet die Gemeindeversammlung über die nächsten Schritte.

Lukas Scherrer
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Gemeindeammann Karl Grossen informierte über das geplante Bauprojekt und stellte sich Fragen und Kritik aus dem Publikum.

Gemeindeammann Karl Grossen informierte über das geplante Bauprojekt und stellte sich Fragen und Kritik aus dem Publikum.

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Mit kleinen Schritten nähern sich die Oberlunkhofer dem geplanten Bauvorhaben «Wohnen im Alter» auf der rund 11 000 m2 grossen Andermatt-Wiese, die im Besitz der Gemeinde ist.

Die Testplanung für die Überbauung ist abgeschlossen, nun geht es um die Kompetenzerteilung an den Gemeinderat, eine Wohnbaugenossenschaft zu gründen und die Finanzierung für das Bauprojekt zu klären. Über diesen Antrag befindet die Einwohnergemeindeversammlung am 23. Mai.

Baurechtsvertrag angestrebt

Als bevorzugte Variante plant die Gemeinde, die für die Alters- und Pflegewohnungen nötigen 3500 bis 4000 m2 Land der zu gründenden Wohnbaugenossenschaft Oberlunkhofen zum symbolischen Baurechtszins von einem Franken im Jahr zur Verfügung zu stellen.

Blick aufs Andermatt-Areal: Allmählich zeichnen sich auf der grossen Dorfwiese Bautaten ab. (Archiv)

Blick aufs Andermatt-Areal: Allmählich zeichnen sich auf der grossen Dorfwiese Bautaten ab. (Archiv)

Lukas Schumacher

Im Gegenzug erstellt die Genossenschaft die 30 Alterswohnungen sowie die Pflegeeinheit mit 15 Pflegebetten in der Höhe von rund 4,5 Millionen Franken, wie Gemeindeammann Karl Grossen an der einberufenen Informationsveranstaltung in Oberlunkhofen mitteilte.

Mit dieser Variante würde das Land im Besitz der Gemeinde bleiben und es müsste für die Finanzierung der Pflegewohnungen kein zusätzliches Kapital aufgewendet werden. Ziel des Gemeinderats ist es, die Wohnungen und Pflegeeinheit an ein Alterszentrum in der Region zu vermieten, welches sich künftig um den Betrieb kümmert.

Kritische Fragen beantwortet

Es blieb eine gewisse Skepsis im Raum. So fragte beispielsweise ein Anwesender, wieso man sich anstatt des Neubaus nicht in einer bestehenden Liegenschaft in der Region einmieten könne. «Diese Variante wäre kaum günstiger», antwortete Grossen und fügte an: «Ausserdem ist es viel wert, ältere Bürger in der Gemeinde zu behalten.»

Auch der Kritik, man brauche derzeit noch keine Alterswohnungen in Oberlunkhofen und man solle doch nichts überstürzen, stellte sich der Gemeindeammann: «Die Bevölkerung wird immer älter und Pflegefälle nehmen zu. Wir müssen nicht nur auf morgen, sondern auch auf die nächsten Jahrzehnte schauen.»