Bremgarten

Altstadt-Stimmung inspirierte 30 Hobbykünstler

Die Teilnehmer konnten ihre Bilder in einer Ausstellung präsentieren, die das Malwochenende abrundet und zum zweiten Mal im Rahmen von Kultur im Klösterli durchgeführt wird.

Die Teilnehmer konnten ihre Bilder in einer Ausstellung präsentieren, die das Malwochenende abrundet und zum zweiten Mal im Rahmen von Kultur im Klösterli durchgeführt wird.

Die Kunst im Freiamt soll unterstützt werden, darin sind sich die Mitglieder der Künstlervereinigung einig. Zum zweiten Mal diente dazu der Workshop «Malerisches Bremgarten» als kreative Plattform. Die Werke sind im Kapuzinerkloster zu sehen

«Malen ist Entspannung, Befreiung für den Kopf», meint Romy Latscha, Initiantin und Organisatorin der Veranstaltung «Malerisches Bremgarten» und Präsidentin der Künstlervereinigung Bremgarten. «Malen ist Erholung und Anregung zugleich.»

An einem Wochenende im Juni tauschten die Hobbymaler das Atelier gegen Frischluft und machten die Altstadt von Bremgarten zum zentralen Motiv ihrer Werke.

Die Idee zum Event entstand, als Latscha in den Niederlanden lebte, wo eine ähnliche Aktion von Kunstbegeisterten durchgeführt wurde. «Mir war sofort klar, dass sich Bremgartens Altstadt als idealer Standort für ein solches Vorhaben anbietet, und die Idee nahm 2006 Gestalt an», schildert Latscha.

Seither wächst der Kreis der Outdoor-Maler stetig. 30 Freizeitkünstler nahmen dieses Jahr am fünften Malwochenende teil – ein kleiner Rekord.

Mittelpunkt Altstadt

Die Teilnehmer konnten ihre Bilder in einer Ausstellung präsentieren, die das Malwochenende abrundet und zum zweiten Mal im Rahmen von Kultur im Klösterli durchgeführt wird. 39 Werke von 23 Künstlern können bis zum 7. November im Kreuzgang des Kapuzinerklosters in Bremgarten besichtigt werden. Die Bilder überraschen – abwechslungsreich ist die Ausstellung, bunt sind die Farben und individuell die Interpretationen der zum Teil mehrmals abgebildeten Bauwerke. Unterschiedliche Perspektiven und Malstile lassen den Betrachter immer wieder neue Blickwinkel auf die Bremgarter Altstadt einnehmen.

«Das Thema der Ausstellung ist die Stadt Bremgarten und nicht ein einzelner Künstler», erklärt Latscha. Auch soll kein Wettbewerb unter den Amateurmalern entstehen. Was zählt, ist die Freude am kreativen Schaffen. Jedermann kann teilnehmen, Vorwissen spielt keine Rolle. Dieses Mal reichte das Alter der Künstler von 25 bis 82 Jahren. Ginge es nach Latscha, könnte die Streuung noch weiter sein: «Der Sinn besteht im Austausch mit Gleichgesinnten. Zudem ist es eine Herausforderung, in der Öffentlichkeit zu malen. Vielen fällt dies in Gesellschaft leichter.»

Weit gereiste Teilnehmer

Die Künstlerinnen – der überwiegende Teil sind Frauen – sind begeistert: «Bremgarten ist zwar klein, aber trotzdem, oder gerade deswegen, lassen sich immer wieder neue Strassen und Gassen, romantische Örtchen und versteckte Winkel entdecken», erzählt Halik Altuncevahir aus Neuenhof. Das malerische Bremgarten fasziniert. Shozo Koike reiste sogar extra für den Anlass aus Italien an. In Bremgarten spüre er die Geschichte, erklärt Koike und präsentiert seine detailreichen Ölgemälde.

Grösstenteils wurden bei «Malerisches Bremgarten» aber Aquarelle auf Papier gebracht. Anja Schneider, Mitglied des Künstlervereins, meint: «Aquarelle haben leider ein etwas verstaubtes Image. Allerdings sind sie gar nicht so einfach anzufertigen, wie manche denken.»

So oder so sind Vielfalt und neue Ideen gewünscht. Wilhelm Fikisz, Aquarellist aus Schöftland, stand den Amateurkünstlern während des ganzen Malwochenendes zur Seite und inspirierte durch Neuinterpretation des Aquarells. Aus der Reihe tanzt auch Ursula Keller aus Zufikon, Vorstandsmitglied des Künstlervereins: Sie aquarelliert gewagt abstrakt.

Ein Besuch der Ausstellung lohnt sich, denn ob Acryl oder Aquarell, Kreide oder Ölfarben – die Künstler malten mit Herzblut. Vom Engagement zeugen auch die vielfältigen Antworten auf die Frage nach der persönlichen Bedeutung des Malens: «Farbenspiel, Lebensfreude, Erholung, Meditation.» Und der Künstler aus dem Süden antwortete darauf schlicht: «La mia vita – mein Leben.»

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