Zur Entsorgung vorgesehenes Altmetall zweigte der Hauptangeklagte aus seinem Betrieb ab, wo er als Vorarbeiter beschäftigt war. Er verkaufte Deliktsgut im Gesamtwert von rund 330 000 Franken an Händler und strich seinen Anteil vom Erlös im Betrag von 27 000 Franken ein, «um Rechnungen zu begleichen und Schulden abzuzahlen», wie er vor Gericht beteuerte: «Ich hatte meine Finanzen nicht mehr im Griff und wusste nicht mehr weiter.»

In einem Doppelprozess wurde er als Hauptangeklagter des banden- und gewerbsmässigen Diebstahls schuldig gesprochen. Vom Anklagepunkt der mehrfachen Geldwäscherei sprach ihn das Bezirksgericht jedoch frei. Er wurde zu einem Freiheitsentzug von dreieinhalb Jahren verurteilt, abzüglich 37 Tage Untersuchungshaft.

Als Mittäter schnelles Geld erhofft

Zusammen mit dem Hauptangeklagten stand ein Mann vor Gericht, «der sich als Mittäter schnelles Geld erhoffte, aber davon ausgehen musste, dass die verscherbelte Ware illegaler Herkunft war», so der Staatsanwalt in seinem Plädoyer. 18 Monate Freiheitsstrafe unbedingt lautete die Anklage. Das Gericht wandelte das Strafmass in 15 Monate bedingt um.

In den Aussagen über die Vorgehensweise beim Verkauf des Diebesguts gab es zwischen dem Haupttäter und dem Mitangeklagten zwar Diskrepanzen. Fest stand indessen die Rolle des Drahtziehers: «Er hat rücksichtslos und egoistisch gehandelt, sich während der Strafuntersuchung unkooperativ verhalten und nur Tatbestände zugegeben, bei denen die Beweislast erdrückend war», warf ihm der Staatsanwalt vor. Schwer wiege das bandenmässige Vorgehen, in das noch zwei weitere Männer involviert waren, die in separaten Verfahren zur Rechenschaft gezogen wurden.

Die von den Untersuchungsbehörden erstellte Liste des Diebesguts erwies sich als lang. Darauf figurierten unterschiedlichste, von der bestohlenen Firma nicht mehr benötigte Bauteile aus Aluminium, Titan und Eisen. Zahlreiche Stücke, zum Teil solche mit einem Gewicht von über einer halben Tonne und einem Einzelwert von 7500 Franken, verhökerte die Diebesbande zu einem Spottpreis, heimste den Erlös ein und teilte ihn unter sich auf.

Lange Zeit blieb der Beutezug unbemerkt, weil die nicht mehr benötigten Teile aus dem Lager ordentlich ausgebucht worden waren. Der Hauptangeklagte hatte das Material auf dem Firmengelände deponiert und bei Gelegenheit sowie nach Absprache mit den Abnehmern abtransportiert. Hilfe hatte er dabei vom zweiten Angeklagten, der sich vor Gericht als unschuldig in die Sache hineingeraten erachtete und seine Mittäterschaft nur als erwiesenen Freundschaftsdienst verstanden haben wollte.

Alles nur aus Hilfsbereitschaft . . .

So sei es auch gewesen, als er für den Abtransport des Altmetalls ein Fahrzeug zur Verfügung stellte und der Haupttäter für ihn bei einem Schrottunternehmen ein Kundenkonto einrichten liess, über das die illegalen Geschäfte abgewickelt wurden. Gleichzeitig eröffnete der hilfsbereite Mittäter aber selber ein Bankkonto, auf dem die Gelder der Metallverkäufe landeten und zum Teil bar ausbezahlt und verteilt wurden.

In der Urteilsbegründung führte Gerichtspräsident Raimond Corboz aus, die beiden Angeklagten hätten gewusst, dass es sich bei ihrem Vorgehen um illegale Machenschaften handelte. Zum Haupttäter sagte er: «Sie haben sich an Ihrem Arbeitsplatz wie in einem Selbstbedienungsladen benommen, dabei ihre Position missbraucht und schamlos ausgenützt.»