Ein Tagesrestaurant, das abends von Privaten für verschiedenste Veranstaltungen gemietet werden kann, ein noch attraktiverer Kinderspielplatz mit Planschbecken, ein Streichelzoo,

eine Kneipp-Anlage, eine neue Einfahrt auf das Areal, ein Naherholungs- und Begegnungspark mit integriertem Hirschpark sowie die Öffnung des vorhandenen Dienstleistungsangebots für Interessenten ausserhalb des Hauses – das Altersheim Obere Mühle in Villmergen will kurz-, mittel- und langfristig verschiedene Projekte in Angriff nehmen.

Strategieprojekt erarbeitet

Das Ganze läuft unter dem Begriff «Strategieprojekt Obere Mühle 2020» und ist nach den Turbulenzen von 2015 in den letzten Jahren Schritt für Schritt erarbeitet worden. Massgeblich verantwortlich für die angestrebte Neuausrichtung sind Mike Lauper, der Präsident des Altersheimvereins Obere Mühle, die Geschäftsleiterin Marianne Busslinger sowie Manfred Breitschmid, der das Haus 2015 ein paar Monate interimistisch geleitet hat und seither dort als Berater und Projektleiter wirkt.

Die Verantwortlichen hegen grosse Pläne für dasAltersheim.

Die Verantwortlichen hegen grosse Pläne für dasAltersheim.

Im aktuellen Leitbild sind die verschiedenen Kernanliegen dieser Strategie festgehalten. Das Altersheim Obere Mühle will langfristig finanziell unabhängig und attraktiv bleiben und dafür gegebenenfalls auch strategische Partnerschaften eingehen. Ziel sei es, erklärte das oben erwähnte Trio an einem Treffen mit der AZ, zu einer generationenübergreifenden Begegnungsstätte zu werden und einen aktiven Beitrag im Bereich Wohnen, Pflegen und Betreuen von Menschen mit Unterstützungsbedarf zu leisten.

Neuen Bedürfnissen anpassen

Die Institution Obere Mühle könne auf die Dauer nur überleben, wenn sie sich dem gesellschaftlichen Wandel anpasse. Man wolle nicht mehr nur die Seniorinnen und Senioren im Altersheim betreuen und pflegen, sondern ein umfassendes Dienstleistungsangebot anbieten für Leute, die noch in ihrer eigenen Wohnung leben, aber auf Unterstützung angewiesen sind.

Bereits umgesetzt ist dieses Konzept in den Alterswohnungen, die der Oberen Mühle angegliedert sind. Deren Bewohner können nach dem A la Carte- Prinzip auswählen, welche Angebote sie aus den Bereichen Mahlzeitendienst, Pflege, Reinigung, Wäsche waschen usw. nützen möchten.

Ein Tagesrestaurant, das abends von Privaten für verschiedenste Veranstaltungen gemietet werden kann, ein noch attraktiverer Kinderspielplatz mit Planschbecken, ein Streichelzoo - viele Pläne schwirren in der Luft.

Ein Tagesrestaurant, das abends von Privaten für verschiedenste Veranstaltungen gemietet werden kann, ein noch attraktiverer Kinderspielplatz mit Planschbecken, ein Streichelzoo - viele Pläne schwirren in der Luft.

Dasselbe Paket will man auch den künftigen Bewohnerinnen und Bewohnern der beiden Überbauungen anbieten, die in unmittelbarer Nähe zum Altersheim geplant sind. Auf dem Sprüngli- und dem Färbiareal will die Xaver Meyer AG rund 70 Wohneinheiten realisieren. Ein Dienstleistungsvertrag zwischen der Bauherrin und der Oberen Mühle ist in Vorbereitung. «Wir beschreiten hier neue Wege. Doch wir sind überzeugt, dass wir damit unsere Institution stärken können», erklärten Lauper, Busslinger und Breitschmid.

Bereits gut funktioniert auch ein Mahlzeitendienst für die Region. Laut Marianne Busslinger werden aktuell rund 100 Mahlzeiten pro Monat ausgeliefert, Tendenz steigend. Ebenfalls gut genützt wird auch das Angebot, für private Anlässe von der Infrastruktur der Oberen Mühle zu profitieren.

Man kann – beispielsweise – in der Cafeteria ein Familienfest feiern, sich aber auch das Essen dafür nach Hause liefern lassen.Die Dienstleistungen will man ausbauen, ohne sich deshalb in finanzielle Abenteuer stürzen oder den Personalbestand aufstocken zu müssen: «Wenn wir solche Aufträge mit unseren eigenen Leuten nicht mehr stemmen können, setzen wir temporäre Kräfte ein», sagt Manfred Breitschmid.

Infrastruktur wird ausgebaut

Kurz vor der Umsetzung steht das neue Gastrokonzept «Aperto». Die Generalversammlung des Vereins hat dafür 570 000 Franken bewilligt. Ziel ist es, mit dem Umbau des Erdgeschosses zum einen die internen Abläufe zu optimieren, zum andern aber vor allem auch, die Obere Mühle noch mehr zu öffnen. Realisiert wird ein Selbstbedienungsrestaurant, das am Tag geöffnet ist und abends als Eventlokal gemietet werden kann.

«Wir wollen unser Heim ‹enkeltauglich› machen», erklären die Verantwortlichen. Konkret will man mit einem attraktiven Restaurant und einem schönen Spielplatz erreichen, dass sich Kinder und Erwachsene beim Besuch von Familienangehörigen in der Oberen Mühle wohlfühlen und gern und oft wiederkommen. Das bringt zwar auch Mehrumsatz, aber der ist nicht das primäre Ziel: «Unsere Institution für die Zukunft fit zu machen, heisst auch, eine Bindung zur Bevölkerung in der Region herzustellen. Je mehr es den Leuten bei uns gefällt und je besser unser Ruf ist, umso leichter fällt unseren späteren Bewohnern der Übergang von der Selbstständigkeit ins Altersheim», ist Mike Lauper überzeugt.

Erst im Planungsstadium sind eine neue Arealzufahrt zum Altersheim, mit der sich die Verkehrssituation entspannen lässt, und damit verbunden die Verlegung des Haupteingangs nach Südwesten, der Bau einer Kneippanlage anstelle des heutigen Weihers und der Ausbau des Kinderspielplatzes mit Planschbecken. Vorläufig noch eine Vision, wenn auch eine sehr konkrete, ist die Realisierung eines Naherholungs- und Begegnungsparks auf einem zugepachteten Areal neben dem Altersheim. – Die Ideen gehen den Verantwortlichen der Oberen Mühle nicht aus. Die Arbeit allerdings auch nicht.