Der frühere Eggenwiler Ablagerungsstandort im Flurgebiet «Struss», talseitig der Kantonsstrasse zwischen Eggenwil und Bremgarten gelegen, ist im kantonalen Kataster der belasteten Standorte (KBS) eingetragen. Der Gemeinderat geht davon aus, dass die einstige Kiesgrube aus den 1940-er-Jahren im Zeitraum von 1950 bis 1960 primär mit allgemeinem Kehricht und Altmetall (alte Kochherde etc.) aus der Stadt Bremgarten aufgefüllt wurde. Die historische Untersuchung zeigte, dass weitergehende Abklärungen erfolgen müssen, um die Schadstoffbelastung im Untergrund und eine allfällige Gefährdung der Umwelt zu eruieren. Deshalb hat der Gemeinderat im Rahmen der technischen Untersuchung die Hoppler AG, Zufikon, mit Baggersondierungen beauftragt, um das Schadstoffpotenzial und die Ausdehnung des Deponiekörpers zu ermitteln. Die vom Ingenieurbüro Porta AG, Brugg, begleiteten Arbeiten wurden gestern im Einvernehmen mit den privaten Grundeigentümern in Angriff genommen. Je nach Erkenntnissen könnten weitere Untersuchungen notwendig werden, um eine mögliche Gefährdung der Schutzgüter Grundwasser und Boden ausreichend beurteilen zu können, hält der Gemeinderat fest. Werden keine schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt nachgewiesen, kann die Deponie unverändert belassen werden. Der Standort würde allerdings im KBS eingetragen bleiben.

Vorfinanzierung

Die Kosten werden in Absprache mit dem Kanton und der Stadt Bremgarten einstweilen durch die Standortgemeinde Eggenwil vorfinanziert. Unter der Voraussetzung einer zeitnahen Umsetzung subventionieren Bund und Kanton die Untersuchungen sowie eine allfällige Sanierung des Ablagerungsstandorts gesamthaft mit 70 Prozent.

Deponie Dorf saniert

Von 1910 bis 1971 wurde der Eggenwiler Hausmüll in der Deponie im Dorfzentrum, im Bereich des heutigen Dorfplatzes, entsorgt. 1971 schloss man die Deponie und hob den grössten Teil der abgelagerten Siedlungsabfälle aus. Beim Ausbau der Kantonsstrasse und später beim Bau des Mehrfamilienhauses Buechstrasse 1 im Jahr 1988 wurde auch das östlich der Buechstrasse liegende Gebiet «Tobel» saniert. Im Rahmen der Erarbeitung des KBS wurde die Verdachtsfläche 2003 überprüft und aufgrund der abgeschlossenen Sanierung aus dem Verdachtsflächenkataster entlassen, respektive nicht in den heute gültigen KBS aufgenommen.

Seit 1971 werden der Hauskehricht und das Sperrgut aus der Gemeinde Eggenwil – aktuell rund 130 Tonnen pro Jahr – der Kehrichtverwertungsanlage in Dietikon zugeführt. (az)