Villmergen
Alte Glockenklöppel kommen in Privathäuser

Am Wochenende wurde der 150. Geburtstag der Kirche Peter und Paul gefeiert. Dabei gab es auch eine besondere Versteigerung.

Jörg Baumann
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Jörg Baumann

Christina Schüpbach aus Dintikon, Renate Wirth aus Villmergen und der Heimweh-Villmerger Peter Michel aus Rotkreuz sind seit dem Wochenende stolze Besitzer eines Glockenklöppels aus der vor 150 Jahren eingeweihten Pfarrkirche St. Peter und Paul in Villmergen. Die alten Klöppel sind vor einem Jahr durch neue ersetzt worden und die Kirchenpflege kam auf eine gute Idee: Sie wurden am Kirchenfest, am Tag vor dem Pontifikalamt mit Bischof Felix Gmür, versteigert. Den Erlös erhält das Kinderheim St. Benedikt in Hermetschwil.

Das Wetter meinte es nicht gut mit den Villmergern. Kurz vor der Versteigerung ging ein kräftiger Platzregen nieder. Deshalb interessierte sich nur ein kleines Grüppchen für die fünf Klöppel, Kirchenpflegepräsident Ralph Hueber liess sich die Stimmung nicht vermiesen und zeigte sich als routinierter Gantrufer. Christina Schüpbach will den Klöppel, den sie für 120 Franken ersteigerte, an einem schönen Platz in einem Holzgestell aufstellen. «Mein Göttibuch ist Schreiner und wir das Gestell für mich herstellen», sagt sie. Renate Wirth erwarb ihren Klöppel für 200 Franken für ihren Bruder, der in Villmergen neben der Pfarrkirche aufgewachsen ist und sich noch heute gerne an das Läuten der Glocken erinnert.

Peter Michel bezahlte für seinen Klöppel den höchsten Preis: 440 Franken. Partout wollte er sich nicht fotografieren lassen, berichtete aber stolz, dass ihm bereits das Pontifikale, das prächtig ausgestattete Messehandbuch von Bischof Eugène Lachat gehöre. Lachat weihte die Villmerger Pfarrkirche 1866 ein und wurde 1873 in den stürmischen Kulturkampfzeiten abgesetzt.

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