Fast 400 Jahre lang beherrschten die Eidgenossen und mit ihnen die Innerschweizer das Freiamt. 1798 überrollten die französischen Truppen Napoleons von der Waadt aus unser Land.

Auf dem Emmetfeld zwischen Rüti und Hägglingen kam es zu einer Schlacht. Viele Franzosen, sechzehn Zuger und vier Freiämter verloren dabei ihr Leben. Überall, auch in Hägglingen, erhob sich die Frage: Was ist die Demokratie wert, die die Franzosen versprechen?

Im Hägglinger Wald gibt es Krieg

Im Hägglinger Wald gibt es Krieg

Das Freilichttheater von dem lokalen Tellspielverein thematisiert im Moment die Zeit, wo die Franzosen vor über 200 Jahren durch das Freiamt marschiert sind.

Oder wäre es gescheiter, weiter Untertanen der Innerschweizer zu bleiben? Lohnt es sich, zu den Waffen zu greifen und zu kämpfen?

Ein Deal zur rechten Zeit

Aus diesem konfliktreichen Stoff bezieht das Stück «Emmetfeld – Vom Müselifräuli und de Franzose» seine Nahrung. In eindrücklichen Bildern sehen die Besucher den Hägglingern beim Diskutieren zu, derweil die Franzosen einziehen und wie durch ein Wunder wieder abziehen, ohne das Dorf zu plündern.

Georges Eppisser (Didi Zehnder), der als Söldner in französischen Diensten stand, hat mit dem Commandant (Hans-Jörg Gygli) einen Deal abgeschlossen. Das Dorf ist gerettet, alle jubeln. Das Dorforiginal Dübsel (Pedes Eymann) hat sowieso nie etwas von diesen «Schnäggefrässern» gehalten.

Der Commandant (Hans-Jörg Gygli, links) mit Georges Eppisser (Didi Zehnder).

Der Commandant (Hans-Jörg Gygli, links) mit Georges Eppisser (Didi Zehnder).

Für Aufregung im Dorf sorgt der Hausierer Stöff Brönnimann (Erich Borner) mit seiner Sippschaft (Hildegard Hilfiker, Jasmine Johann, Diana von Allmen) und dem Magier (Frank Weber). Brönnimann macht Geschäfte mit allen, mit den Konservativen und den Franzosenfreunden.

Der Eremit (Röbi Hug) orakelt, dass man nach einer Schlacht nicht wisse, mit wessen Blut die Erde getränkt worden sei. Der Dorfpfarrer (Daniel Betschart) und der Gemeindevorsteher (Bruno Casadei) halten es mit der althergebrachten Ordnung. Der Pfarrer soll nach dem Abzug der Franzosen ein Fass Wein spendieren. «Ungern», sagt er. Aber das Fass wird trotzdem herbeigerollt.

Das Volk steht im Mittelpunkt

Zweimal prescht eine Zweispännerkutsche mit adligen französischen Matronen an der Tribüne vorbei. Man wähnt sich in einem Wildwestfilm. Ganz nach Paul Steinmanns Gusto haben alle eine Hauptrolle, auch wenn sie noch so klein scheint.

Volk und Gemeindevorsteher (Bruno Casadei, links) erwarten das Schlimmste.

Volk und Gemeindevorsteher (Bruno Casadei, links) erwarten das Schlimmste.

Das Volk ist Steinmann wichtig. Darunter sind viele prägnante Frauen und Kinder. Stellvertretend für alle anderen seien die Erzählerinnen Daniela Ketterer, Elisabeth Geissmann und Esther Imbach und die Müselifräuli Fabienne Meier, Martina Weber, Andrea Geissmann und Irma Casadei genannt.

Im Schlussbild wandert das Gedenkkreuz auf dem Emmetfeld wie ein Mahnmal durch die Szenerie – unvergesslich dieser Moment, in dem es still wird wie in einer Kirche.

Tickets unter Telefon 079 247 68 85 und online auf www.emmetfeld.ch.