Villmergen

Alpakas, Bienenhotel und ein Kneippweg: Das Seniorenzentrum Obere Mühle und seine neuen Aussenanlagen

Der Hirschpark bei der «Oberen Mühle» kommt weg.

Der Hirschpark bei der «Oberen Mühle» kommt weg.

Das Seniorenzentrum Obere Mühle in Villmergen hat die Coronazeit genutzt, um die Aussenanlagen völlig neu zu planen. In Zukunft gibt es keine Hirsche mehr, dafür aber einen Streichelzoo und einen Sinnesweg.

Das Hirschgehege steht bei der «Oberen Mühle», seit diese vor 43 Jahren eröffnet wurde. Bewohner, Angehörige und die Öffentlichkeit erfreuen sich an den vier majestätischen Tieren. Doch 2021 kommen sie weg. Das soll aber niemanden traurig machen, denn die Verantwortlichen haben viel vor: «Wir planen einen generationenübergreifenden Sinnesweg», erklärt Mike Lauper, Präsident des Altersheimvereins. «Es soll eine Erlebniswelt werden, die man mit allen Sinnen erfahren kann, die Wahrnehmung und Mobilität fördert. Das ist für unsere Bewohnerinnen und Bewohner wichtig. Aber ich bin überzeugt, die Anlage wird weit über unser Haus hinausstrahlen.»

Alpakas, Bienenhotels und ein Kneippweg

Wenn alles klappt, starten die Arbeiten im Frühling 2021. «Phase 1 bezieht sich auf die Zone ums Haus», so Lauper. Die Terrasse beim Haupteingang soll mit Pergola und neuer Bepflanzung erblühen. Von da führt der Weg über den Kiesparkplatz, der aufgewertet wird, zum bestehenden Ententeich. Im Bereich der Terrasse des bald fertiggestellten neuen Selbstbedienungsrestaurants wird die Neugestaltung des Bachs und des Kinderspielplatzes für Freude sorgen. Ein Kneippweg soll weitere Sinne wecken.

Phase 2 könnte bis im Herbst 2021 fertig sein. Sie umfasst das Gebiet des heutigen Hirschgeheges und jenes, das bisher vom Natur- und Vogelschutzverein betreut wurde. «An Stelle des Hirschgeheges möchten wir hübsche Wege anlegen, die an den Gehegen unseres neuen Steichelzoos vorbei führen», erklärt Lauper. Statt der vier Hirsche sollen vier Alpakas, Zwerggeissen, Hühner und Kaninchen Bewohner und Gäste erfreuen. «Ausserdem möchten wir einen Generationenspielplatz mit in- teraktiven Geräten aufstellen.» Dies könnten Tafeln sein, auf denen man Fussspuren von Wildtieren erkennen lernt, aber auch Brettspielstationen, ein hölzernes Xylophon und eine Generationenschaukel gehören zu den Ideen, die die Verantwortlichen sich überlegen.

Der neue Park kostet 1,265Mio. Franken

«Wir möchten dafür sorgen, dass sich bei uns nicht nur unsere Bewohnerinnen und Bewohner wohlfühlen, sondern dass auch Familien gerne zu uns kommen. Auch wäre es mit dem geplanten Naturgarten, Stein- und Asthaufen, Bienenhotels und vielem mehr ein toller Ort für Projektwochen oder Ausflüge für Schulklassen», erklärt Lauper. Im Moment sucht der Altersheimvorstand Leute, die eine Hirschzucht auf dem Gelände führen würden, sodass die vier Hirsche nach einem Urlaub wieder in die «Obere Mühle» zurückkommen könnten.

In Phase 3 sollen zusätzliche Parkplätze sowie eine neue Zufahrt von der Kantonsstrasse angelegt werden. «Kanton und Gemeinde sind grundsätzlich einverstanden. Diesen Teil würden wir aber erst bauen, wenn der Kanton den Strassenbelag erneuert, um Synergien nutzen zu können.» Das gesamte Projekt kostet 1,265 Mio. Franken. «Mit der Spendenaktion beginnen wir, wenn es aufgrund des Corona­virus sinnvoll ist», so Lauper.

«Wir hatten zum Glück keinen Coronafall»

Insgesamt meistert die «Obere Mühle» die Coronazeit bisher gut. Leiterin Marianne Busslinger freut sich: «Wir hatten zum Glück keinen Coronafall. Das hat sicher auch mit der guten Einhaltung der Massnahmen zu tun.» Mittlerweile wurden bei der «Oberen Mühle» zwei Holzchalets aufgebaut, wie die Besucherboxen genannt werden, in denen Angehörige die Bewohner auch während der Isolationszeit besuchen dürfen. Im Seniorenzentrum «Wohnen an der Bünz» in Dottikon konnte dies im Haus gelöst werden.

Der Umbau des Erdgeschosses, wo das neue Selbstbedienungsrestaurant entsteht, konnte aufgrund der Schutzmassnahmen noch nicht ganz fertig- gestellt werden. Doch man ist zuversichtlich, dass es Ende August fertig sein wird. Auch finanziell steht die «Obere Mühle», zu der seit diesem Jahr auch «Wohnen an der Bünz» gehört, auf soliden Beinen, wie die Verantwortlichen gestern Mittwoch an einer Pressekonferenz zufrieden mitteilen konnten.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1