Wohlen/Waltenschwil

Alles läuft nach Plan auf der Grossbaustelle an der Bünz

Das Durchlassbauwerk (links) ist bereits fertig betoniert, zurzeit sind die Arbeiten für die Aufschüttung des Querdamms im Gang.

Das Durchlassbauwerk (links) ist bereits fertig betoniert, zurzeit sind die Arbeiten für die Aufschüttung des Querdamms im Gang.

Am Samstag kann die Bevölkerung das Hochwasserrückhaltebecken an der Bünz besichtigen. Vor Ort sollen sie die wichtigsten Fakten zur Baustelle erfahren.

Rund 50 000 Kubikmeter Material sind für die Schüttung der beiden Dämme nötig – das entspricht zirka 5000 Lastwagenladungen. 16,3 Mio. Franken kostet das gesamte Projekt mit dem Rückhaltebecken für 600 000 Kubikmeter Wasser, dem Durchlassbauwerk, welches den Abfluss der Bünz bei Hochwasser automatisch reguliert, sowie der Renaturierung des Flusslaufes auf einer Länge von rund 800 Metern.

Im August 2015 ist mit der Realisierung begonnen worden, auf rund anderthalb Jahre ist die Bauzeit veranschlagt. Laut Projektleiter Silvio Moser von der Abteilung Landschaft und Gewässer im Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) konnte der Zeitplan bisher sehr gut eingehalten werden.

Und das trotz dem nassen Frühling: «Wir konnten schon im Herbst 2015 das Terrain abhumusieren und den Untergrund für die Schüttung vorbereiten. Deshalb gab es beim Dammbau auch keine Verzögerungen», erklärt er.

Aktuell ist der Längsdamm fertig und der Querdamm zur Hälfte aufgeschüttet. Auch die Renaturierung der Bünz ab der Brücke bei der Baustelle bis vor Waltenschwil ist laut Moser zu 90% ausgeführt. Das Flussbett wurde in diesem Bereich ausgeweitet, die festen Böschungen entfernt sowie das Gerinne naturnah ausgebildet und strukturiert.

Künftig kann die Bünz hier bis zu einem gewissen Grad mäandrieren. «Das Konzept funktioniert, das hat sich im Winter und Frühling bei hohen Wasserständen verschiedentlich bereits gezeigt», freut sich der Projektleiter. Fertig betoniert ist auch das Durchlassbauwerk. Die elektrotechnischen Installationen für die Steuerung sowie der Stahlbau (Schleusentore für die Regulierung) fehlen aber noch.

Spannender Augenschein

Bereits am Freitag besichtigt die IBW Wohlen die Baustelle im Rahmen eines Events für ihre Ökostrom- und Biogaskunden. Am Samstag ist die interessierte Bevölkerung aus der Region zu einem Augenschein geladen.

Was gibt es zu sehen: «Wir zeigen den Leuten, wie der Damm geologisch aufgebaut ist, erklären die Funktion des Durchlassbauwerks sowie Sinn und Zweck der Renaturierungsmassnahmen», erläutert Silvio Moser. Weiter würden die Fachleute vor Ort auch generelle Ausführungen zum Hochwasserschutzprojekt Bünztal insgesamt machen.

Dieses Vorhaben, für das über Jahrzehnte geplant hinweg worden ist, umfasst neben dem Bau des Rückhaltebeckens eine Reihe weiterer Massnahmen am Bünzlauf zwischen Wohlen und Möriken-Wildegg.

Zum Teil sind diese bereits ausgeführt, zum Teil noch in Arbeit. In Wohlen allein wurden drei Brücken neu gebaut und mehrere andere zwecks Verbesserung der Durchflussmenge saniert. Daneben wurde an mehreren Stellen auch das Bünzufer erhöht. Insgesamt werden in den verbesserten Hochwasserschutz für das Bünztal rund 25 Mio. Franken investiert.

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