Auswanderer
«Alles ist lauter und bunter»: Wohlerin erlebt New York als Winterwunderland

Die Wohlerin Angela Santana (34) lebt in Brooklyn. Wegen Corona verbringt sie Weihnachten mit ihrem Mann dort statt in der Schweiz.

Ilir Pinto
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Santana erzählt: «Natürlich verzaubert auch die Fifth Avenue mit ihrem riesigen Tannenbaum.»

Santana erzählt: «Natürlich verzaubert auch die Fifth Avenue mit ihrem riesigen Tannenbaum.»

zvg

«Alles ist lauter und bunter. Der Big Apple verwandelt sich in ein Winterwunderland», erzählt Angela Santana mit funkelnden Augen während eines Video-Anrufs. «Es gibt eine Gegend, die so prunkvoll dekoriert ist, dass sie allein deswegen als Sehenswürdigkeit gilt. So amerikanisch!» Die Weltmetropole New York übt eine starke Anziehungskraft aus und zieht Menschen aus aller Welt in ihren Bann. Nicht verwunderlich also, dass Weihnachten dort extravagant und schillernd daherkommt.

Santana fährt fort: «Natürlich verzaubert auch die Fifth Avenue mit ihrem riesigen Tannenbaum am Rockefeller Center. Aber eigentlich bin ich das ganze Jahr immer wieder von neuem fasziniert, zum Beispiel von der Skyline oder der ikonischen Brooklyn Bridge. Da viele Filme in New York spielen, fühlt man sich wie in einem Film.»

«Das Weihnachtsmenu ist immer ein Highlight»

Angela Santana: «Ganz nach meiner Familientradition werden wir ein tolles Weihnachtsmenu kochen.»

Angela Santana: «Ganz nach meiner Familientradition werden wir ein tolles Weihnachtsmenu kochen.»

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Wegen Corona kann Santana diese Weihnachten leider nicht wie sonst bei ihrer Familie in Wohlen verbringen. Sie bleibt im festlichen New York und feiert mit ihrem Ehemann Jonathan. Doch sie erzählt gerne von früher: «In meiner Kindheit und Jugend haben wir in der Adventszeit viel gemeinsam gebacken und gebastelt. An Weihnachten kamen Familie und Verwandtschaft zusammen.» Ein Highlight sei immer das mehrgängige Weihnachtsmenu: «Die kulinarischen Vorbereitungen beginnen jeweils schon Tage zuvor. Meine Mutter hat noch heute die besten Rezepte und beide Eltern kochen unglaublich gut.» Während sie erzählt, strahlen ihre Augen.

Dieses Jahr sind die Weihnachtspläne etwas anders: «Ganz nach meiner Familientradition werden wir ein tolles Weihnachtsmenu kochen. Was es sein wird, planen wir noch, sicher aber etwas Italienisches.»

Wie kam die Wohlerin zu einem Leben in New York?

Nach ihrer Kindheit und Jugend im Aargau besuchte Angela Santana, die damals noch Bolliger hiess, die Kunstschule in Zürich. Danach zog es sie ins Ausland. «Ich wollte international Berufserfahrung sammeln.» Als Art Director in Paris lernte sie ihren Branchenkollegen und heutigen Ehemann Jonathan kennen. Später arbeitete sie auch als Art Director in Hamburg und eröffnete in London ihr eigenes Studio. Dabei wurde sie von Grössen aus der Musikwelt entdeckt: «Ich bekam Aufträge von Kunden wie der US-Band The National oder dem kanadischen Komponisten Tim Hecker.» Sie ist begeistert: «Diese Form der Arbeit erlaubte es mir, Kunst mit Grafik-Design zu verbinden.»

Als sowohl Jonathan als auch Angela Santana Kunden in den USA betreuen konnten, beschlossen sie kurzerhand, auszuwandern. «So zogen wir von London nach New York. Es hat sich von selbst ergeben. Was für eine tolle Stadt», freut sie sich.

Sie kombiniert digitale mit klassischer Ölmalerei

In ihren Werken thematisiert die Künstlerin und Kreativ-Direktorin den weiblichen Körper. «Ich kombiniere digitale Malerei mit klassischer Ölmalerei in einem vielschichtigen Prozess», erklärt sie. Besonders freut sie sich derzeit: «Im Moment hängt eins meiner Bilder in einer Galerie in New York, wo auch Kunstwerke von legendären Künstlern wie Ai Weiwei ausgestellt sind. Ich fühle mich geehrt.»

Weihnachten mit ihrem Mann in New York feiern zu können, sei schon schön, sagt Angela Santana zum Schluss. Aber: «Ich freue mich darauf, meine Familie und Freunde in der Schweiz hoffentlich bald wieder besuchen zu können. Gerne würde ich in der Zukunft auch meine Kunst in der Schweiz ausstellen, um meine Verbindung zur Schweizer Kunstwelt zu vertiefen.»