Bremgarten
Alle Jahre wieder: Die Samichläuse ziehen aus

Chläuse machten sich zusammen mit rund 100 Kindern auf den Weg – doch der Chlaus-Nachwuchs fehlt.

Chantal Gisler
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Stimmungsvoll Der Samichlaus zieht mit seinen Schmutzli durch die Gassen
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Die Kinder trugen dem Samichlaus ihre Verse vor
Der Grittibänz musste natürlich sofort probiert werden
Die Kinder freuten sich auf den Samichlaus
Chlausauszug

Stimmungsvoll Der Samichlaus zieht mit seinen Schmutzli durch die Gassen

Chantal Gisler

«Mami, schau mal!», ruft ein kleiner Junge. «Die Samichläuse kommen!» Mit leuchtenden Augen verfolgt er die sieben Samichläuse, die jeweils von zwei Schmutzli begleitet die katholische Kirche St. Nikolaus in Bremgarten betraten und sich zum wartenden Chlaus vorne in die Kirche begaben. Gemeinsam mit rund 100 Kindern machten sich die vereinten Chläuse und Schmutzli über die Marktgasse auf den Weg zum Schellenhausplatz.

Gewänder selbst genäht

Unterwegs trafen sie auf weitere Kinder, die die Truppe mit selbst gebastelten Laternen erwarteten. «Samichlaus, du liebe Maa, ...», war von allen Seiten zu hören, als die Kinder den Chläusen ihre Verse vortrugen. Zum Dank übergaben ihnen die bärtigen Männer einen Grittibänz, Manderindli, Nüsschen und Schöggeli. «Ich freue mich immer auf den Samichlaus», erklärt ein kleiner Junge mit einem Grittibänz in der Hand.

Organisiert wurde das Ganze durch die Chlausaktion Bremgarten. Diese besteht aus etwa 60 Freiwilligen. Diese nähen auch die Gewänder der Chläuse. «Alle Kostüme sind handgemacht», bestätigt Marion Schmid aus dem Vorstand der Chlausaktion Bremgarten. Die meisten bestehen aus alten Vorhängen, denn der schwere Stoff eigne sich für die Kleidung am besten. «Wie lange es die Chlausaktion schon gibt, weiss ich nicht», sagt sie und lacht. «Den Chlausauszug gibt es schon seit vielen, vielen Jahren, meine Grossmutter war auch schon dabei.»

Die Tradition des Samichlauses geht auf den Bischof Nikolaus von Myra zurück. Legenden zufolge soll er durch heimliche Spenden drei armen Mädchen die Hochzeit finanziert, unschuldig zum Tod verurteilte Jünglinge befreit, zu Unrecht gefangene Offiziere gerettet und Schiffer in Seenot geschützt haben.

Die Chläuse fehlen

«Früher war man als Leiter der Jungwacht automatisch Samichlaus», erzählt Marion Schmid. «Heute hat sich das verändert, immer weniger Leute melden sich bei Freizeitorganisationen wie der Jungwacht, dem Cevi oder der Pfadi an.» Samichlaus werden kann aber nicht jeder. «Nur Männer dürfen als Samichlaus unterwegs sein», erklärt Denise Huber, Vorstandsmitglied der Chlausaktion Bremgarten. «Und vorher müssen sie ein bis zwei Jahre Schmutzli sein.»

Für die Freiwilligen gelten ausserdem strenge Regeln: «Sie dürfen weder rauchen noch am Handy sein», erläutert Huber. «Und sie müssen in jeder Situation höflich bleiben.» Dass es an einem Anlass zu wenige Chläuse hatte, sei jedoch noch nie vorgekommen. «Wir schaffen es jeweils knapp, genügend Chläuse und Schmutzli zu organisieren.»

Die Samichläuse und Schmutzli werden auch am 3. und 4. Dezember ab 16.45 Uhr und am 5. und 6. Dezember ab 17.45 Uhr wieder unterwegs sein. Dann werden sie bei den Kindern zu Hause vorbeikommen und ihnen kleine Chlaussäckchen bringen. «Für diesen Anlass sind bereits 56 Anmeldungen eingegangen», freut sich Schmid. Anschliessend werden die Samichläuse die 200 ältesten Einwohnerinnen und Einwohner von Bremgarten besuchen.

Die Kinderbesuche in Bremgarten finden am 3., 4., 5. und 6. Dezember ab 16.45 beziehungsweise 17.45 Uhr statt. Weitere Infos unter www.chlausaktion.ch