Freiamt

Alle Freiämter Firmen im Eventbereich leiden unter dem Corona-Virus

Der Zirkus Monti selbst ist noch nicht betroffen, die Zeltvermietung hingegen sehr. Schüwo Trinkkultur beliefert seit Jahren Grossanlässe wie hier 2008 die Streetparade. Dieser Branchenzweig steht still.

Der Zirkus Monti selbst ist noch nicht betroffen, die Zeltvermietung hingegen sehr. Schüwo Trinkkultur beliefert seit Jahren Grossanlässe wie hier 2008 die Streetparade. Dieser Branchenzweig steht still.

Ob Zirkuszeltvermietung, Getränkelieferant oder WC-Vermietung: Die Event-Absagen wegen des Corona-Virus reissen grosse Löcher in die Firmentaschen.

In diesen Tagen ist der Circus Monti sehr froh, dass er seine Saison 2014 stark verkürzt hat und die Premiere in den Sommer fällt. Zuvor hätte er jetzt Probleme bekommen, denn die Premieren fanden jeweils Mitte März statt. «Jetzt merken wir die Corona-Ausfälle ausschliesslich in der Zeltvermietung», sagt Zirkusdirektor Johannes Muntwyler. «Aber da merken wir sie sehr stark. Es läuft überhaupt nichts.» Dabei wären die Monate März und April aussergewöhnlich stark gebucht gewesen. «Wir haben sogar schauen müssen, dass wir alles aneinander vorbei bekommen.» Jetzt musste Monti für seine 25 Mitarbeiter Kurzarbeit anmelden. «Wir merken sogar, dass Firmen, die selbst von Ausfällen wegen Corona betroffen sind, ihre Firmenanlässe bei uns storniert haben, weil es ihnen so schlecht geht.» Dennoch will Muntwyler optimistisch bleiben: «Irgendwann gehts weiter.»

Schüwo Trinkkultur spürt fehlende Touristen

«Seit in Wohlen der Göttiball am 29. Februar abgesagt wurde, kommen bei uns die Stornierungen Schlag auf Schlag», sagt Urs Schürmann, Geschäftsleiter der Schüwo Trinkkultur in Wohlen. «In der Messe Zürich sind wir beispielsweise Exklusivlieferant, die hat zwei Monate zugemacht, das spüren wir enorm. Das ist nur ein Beispiel.» Auch dass Raiffeisen-GVs im kleinen Rahmen durchgeführt werden. «Aber auch die fehlenden Touristen im Gastrobereich merken wir. Die Hotels und Restaurants haben keine Gäste, also brauchen sie viel weniger Getränke.» Nur im privaten Sektor merkt die Firma, die in die ganze Deutschschweiz liefert, nichts.

Richnerstutz muss Kurzarbeit anmelden

Auch die Villmerger Firma Richnerstutz, die Branchenleaderin im Eventbau, muss laut «Wohler Anzeiger» Kurzarbeit anmelden. André Stutz, einer der beiden Geschäftsführer, geht nicht von einer schnellen Besserung aus: «Kurzfristig müssen wir ein Horrorszenario überstehen. Und so ab Juni geht es hoffentlich wieder aufwärts.»

Hüsser-WC kann auf Baustellen setzen

Die Hüsser WC-Vermietung Bremgarten, die ihre mobilen Toiletten bis nach Basel, Bern und Graubünden liefert, aber auch regional viele Events bedient, hat im Eventbereich sehr viele Absagen. «Unser Glück ist aber, dass nur etwa 25 Prozent unserer Aufträge in den Eventbereich fallen. Der grösste Bereich sind Baustellentoiletten, und die werden trotz Corona weiterhin verwendet», ist Manuela Forlin, Mitglied der Geschäftsleitung, froh. Sie betont: «Da wir weniger stark betroffen sind, verrechnen wir die Kosten für ausgefallene Events nicht, da können wir kulant sein.»

Riechsteiner & Weber: Die Cars stehen still

Beim Murianer Carunternehmer Riechsteiner & Weber stehen die Fahrzeuge im Moment still. «Einerseits wurden die Fahrten zu Konzerten oder anderen Grossevents beispielsweise nach Zürich natürlich gestoppt, denn die Events finden nicht statt», sagt René Steiner, Leiter Administration. «Bei den Auslandreisen, beispielsweise Shoppingtouren nach Mailand, von denen die erste Mitte April stattfinden sollte, meldet sich im Moment natürlich auch kaum jemand an. Und ob wir unseren eigenen Tag der offenen Tür am 28. März durchführen können, wissen wir noch nicht.» Im Moment sei ihnen nicht ums Feiern.

Stadelmann-Zelte erhält täglich Absagen

Auch Josef Stadelmann, Inhaber der Stadelmann-Zelte aus Rottenschwil, erhält täglich Absagen. Normalerweise liefert er mit seinem Team die rund 30 Zelte in die weitere Region. «Im Moment läuft gar nichts», sagt er. «Zwei Firmen haben ihre Tage der offenen Tür in den Herbst verschoben. Viele andere sagen die Anlässe ganz ab.» Er ist froh, dass wenigstens die meisten Fasnachtsanlässe noch durchgeführt werden konnten. «Aber wir mussten ebenfalls Kurzarbeit anmelden, dabei hätte unsere Saison jetzt eigentlich richtig begonnen.»

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