Berikon

Alle Bäumchen sollen im Winter ein farbiges Kleid bekommen

Sylvia Huber mit Muster: Anfang November sollen alle Baumstämme an der Hauptstrasse verhüllt sein. sl

Sylvia Huber mit Muster: Anfang November sollen alle Baumstämme an der Hauptstrasse verhüllt sein. sl

Sylvia Huber aus Berikon will im Winter mithilfe der Dorfbewohner einen zünftigen Farbtupfer setzen. Alle 109 Bäume links und rechts der Kantonsstrasse sollen ein farbiges Winterkleid umgehängtbekommen.

Aktuelle Hitzewelle hin oder her: Der nächste Winter kommt bestimmt. Die zumeist triste, nasskalte Jahreszeit will Sylvia Huber aus Berikon mit einem zünftigen Farbtupfer aufhellen.

Alle 109 Bäumchen links und rechts der 2,5 Kilometer langen Kantonsstrasse vom Kreisel Berimärt bis zum Kreisel Mattenhof sollen ein farbiges Winterkleid umgehängt bekommen.

«Die Aktion soll Berikon ein wenig Lebensfreude vermitteln», sagt Sylvia Huber. Ausserdem werde der farbige Umhang den im Winter kahlen, grau-braunen Bäumchen gewiss nicht schlecht stehen.

Kanton und Schulen machen mit

Die kantonale Bewilligung fürs bäumige Einkleidungsprojekt hat Sylvia Huber im Sack. Zudem signalisierten Gemeindebehörde und Baumexperten ihr Einverständnis. Auch ein erstes, sehr willkommenes Unterstützungsangebot traf ein. So sagte die Primarschule Berikon zu.

Sie wird sich im Fach Textiles Werken am Stricken der Baumstamm-Mäntelchen beteiligen.

Inzwischen hat die Kreisschule Mutschellen nachgezogen. Auch sie will der Initiantin Sylvia Huber und ihrer Kollegin Ursi Schuhmacher aus Oberwil-Lieli bei der Umsetzung des bunten Projekts tatkräftig unter die Arme greifen.

Breite: 45 cm, Länge: 180 cm

Sylvia Huber freut sich über die Unterstützung der Schulen und hofft auf ähnliche Gesten der Dorfbewohner:

«Es wäre schön, wenn der Funke das halbe Dorf erfassen würde, Vereine, Familien, Nachbarn, Gruppen. Denn das Vorhaben – in vier Monaten alle 109 Bäumchen einzuhüllen – ist recht ehrgeizig.»

Die Strickmuster-Anleitung klingt nicht sehr kompliziert. Aus farbiger Wolle werden Rechtecke gestrickt in den Massen: 45 Zentimeter breit und 180 Zentimeter lang. Selbstverständlich können mehrere Farben verwendet und, je nach Lust, Zeit und Laune, Motive gestaltet werden.

Ende Oktober will Sylvia Huber die wollenen Rechtecke an den Stämmen der Bäumchen anbringen. Bis im Frühling 2014 soll die Baumallee mit den Mäntelchen bestückt bleiben.

Café im Bürgisserhus als Depot

Als Zentrale und zugleich als Depot der Strickaktion dient das Café im Kulturzentrum Bürgisserhus an der Bahnhofstrasse 75 in Berikon.

Ins Café kann man einerseits Wolle aus dem eigenen Vorrat bringen, die man nicht mehr benötigt, und andererseits Wollreste zum Anfertigen der Rechtecke mitnehmen.

Im Weiteren finden im Café nach den Schulsommerferien öffentliche Stricknachmittage statt. Dies ab dem 14. August und immer am Mittwoch.

Am Freitag, 21. Juni, stellt Sylvia Huber das Projekt von 19.30 bis 20 Uhr im Bürgisserhus kurz vor.

Huber ist zuversichtlich, dass sich der schweizweite Trend zum «Lisme» respektive Stricken in Berikon bestätigen wird.

Als schönen Nebeneffekt des aus den USA stammenden Einstrickens («Urban Knitting») wertet die Berikerin den sozialen Faktor, die Begegnungen mit Gleichgesinnten.

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