Ein grosses Steuerrad hängt mitten an der Wand, durch eine Art Bullauge schaut man in den angrenzenden Raum. Klar, es geht um die «Kajüte». Maritime Deko, so weit das Auge reicht. Fischernetze an der Decke, Anker, Leuchttürme und Meeresbewohner an den Glastüren zur Raucher-Lounge. «Wir wollten eine gemütliche, einladende Umgebung schaffen, in der sich jeder wohlfühlt», berichten die Pächterinnen Nicole Hintermann und Marlene Moser. Sie betonen: «Bei uns ist jeder herzlich willkommen. Es ist schön, wenn es hier kunterbunt zugeht.»

Für die ganz kleinen Gäste gebe es auch eine Spielecke. Selbst Raucher müssten nicht mit ihren Zigaretten nach draussen, sie können sich im Lounge-Bereich aufhalten. «Aber oft treffen sich nachher alle im Nichtraucherbereich», erzählt Roger Hintermann, Ehemann einer der Pächterinnen, schmunzelnd.

Vom Ochsen zur Kajüte

Die zwei Wirtinnen arbeiteten zuvor in der Villmerger Ochsen-Bar, die bekanntlich inzwischen geschlossen ist. Sie informieren: «Die Gäste fragten, ob wir nicht woanders eine Bar eröffnen könnten. Da machten wir uns natürlich Gedanken. Dann stand die Kajüte zur Verfügung. So hat es sich ergeben.»

Die Kulturgenossenschaft (KG) Villmergen, der das Lokal gehört, sei auf sie zugekommen. Als es um die Renovation der Lounge ging, habe sich die KG sehr grosszügig und hilfsbereit gezeigt. «WC und Küche sind jetzt in einem besseren Zustand», so die Pächterinnen.

Sie selbst investierten auch in ihr neues Lokal. «Besonders die Deko mit dem maritimen Charakter lag uns am Herzen.» Marlene Moser legt Wert darauf, dass Nicole Hintermann die Chefin in der Lounge ist. «Ich bin ihre Unterstützerin», stellt sie fest und lacht, «vorher war es andersherum.»

Von morgens bis abends

Die Lounge ist bis auf die Ruhetage am Sonn- und Montag fast den ganzen Tag offen für Gäste. «Morgens haben wir oft Kaffeegäste, nachmittags kommen gern Senioren zu uns. Wir haben eine umfangreiche Glacekarte, da findet jeder etwas», berichten Hintermann und Moser gut gelaunt. Zum Mittag gebe es wechselnde Menüs, die auf der Website zu finden sind. «Wir laden die Karte immer ganz aktuell hoch.»

Tatar ist ihre Spezialität

Den Betrieb stemmen die beiden engagierten Frauen allein, ihre Ehemänner helfen im Hintergrund. Roger Hintermann ist zudem Koch in der Kajüte. Auf die Frage, was denn die Spezialität des Lokals sei, antworten die drei einstimmig: «Unser Tatar. Das muss man probiert haben, es ist der Renner.»

Als weiteres Schmankerl plant die Crew demnächst, Gerichte auf dem heissen Stein anzubieten. «Das ist hier in der Region noch nicht so häufig im Angebot», führen die Wirtinnen aus, «das könnte unser Abendgeschäft weiter ankurbeln.» Dazu zeigt Roger Hintermann appetitanregende Fotos, wie die Gerichte auf dem Stein zum Selberbraten den Gästen präsentiert werden sollen.

«Unser Vertrag läuft für drei Jahre», erzählt Nicole Hintermann, «es ist schön, dass die Genossenschaft das Vertrauen in uns hat.» In den letzten Jahren wechselten häufig die Pächter. «Wir müssen uns etablieren. Aber es läuft ganz gut», können die Wirtinnen berichten. Für die beiden steht fest, dass es nach den drei Jahren auf jeden Fall weitergehen soll.

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