Wohlen

Affäre Dubler: Ammann gesteht Verfehlung ein und entschuldigt sich

Gemeindeammann Walter Dubler.

Gemeindeammann Walter Dubler.

Wohlens Gemeindeammann Walter Dubler hat selbst angeordnet, sich zu hohe Pensionskassen-Beiträge auszuzahlen. Das hat er am Montag an der Einwohnerratssitzung eingestanden. Die anderen Gemeinderäte wussten von nichts. Dubler entschuldigte sich.

Die Affäre um die zu hohen Pensionskassenbeiträge für den Wohler Gemeindeammann Walter Dubler ging am Montag an der Einwohnerratssitzung in einer neue Runde.

Finanzminister Markus Gsell erklärte in einer Stellungnahme des Gemeinderates zu Beginn der Sitzung, das Gremium habe erst vor einer Woche erfahren, dass die Gemeinde Wohlen für ihren Gemeindeammann Pensionskassenbeiträge ausrichtet, die noch auf dem alten, bis 2013 bezogenen Lohn basieren.

Bis heute sind laut Gsell offenbar 4200 Franken aufgelaufen, die der Gemeindeammann am Montagmorgen zurückbezahlt hat. Künftig werde Dubler die höheren Pensionskassenbeiträge vollumfänglich selber bezahlen.

Die Zahlung der höheren Pensionskassenbeiträge, erklärte Gsell, sei ohne das Wissen des Gesamtgemeinderates erfolgt, dieser habe auch nie einen entsprechenden Beschluss gefasst. Ammann Walter Dubler selber habe der Finanzverwaltung die Zahlungsanweisung erteilt.

Nötig Schritte unternehmen

Der Gemeinderat werde die Sache aufarbeiten und allenfalls nötige Schritte vornehmen, erklärte Gsell abschliessend. Weil es sich bei seinen Ausführungen um eine offizielle Erklärung handelte, durfte im Rat nicht über sie diskutiert werden.

Nach Gsell meldete sich Gemeindeammann Walter Dubler zu Wort und entschuldigte sich beim Einwohnerrat «in aller Form für mein Vorgehen». Er bedauere den Wirbel, der jetzt entstanden sei. Für ihn sei allerdings immer klar gewesen, dass das Thema «noch einmal im Gemeinderat abgehandelt werden müsse».

Beschönigende Erklärung

Jean-Pierre Gallati, der den zu hohen Pensionskassenbeiträgen des Gemeindeammanns auf die Spur gekommen war und letzte Woche eine entsprechende Anfrage eingereicht hatte, bezeichnete Dublers Votum in einer Fraktionserklärung der SVP als «beschönigende Interpretation der tatsächlichen Vorkommnisse».

Der Gemeindeammann habe in die Kasse gegriffen und diesen Griff geschickt vertuscht. Es sei nicht einfach gewesen, der Verfehlung auf die Spur zu kommen.

«Der Gemeinderat», erklärte Gallati weiter, «ist gefordert, die Sache zu untersuchen oder untersuchen zu lassen. Es braucht eine saubere Aufarbeitung der tatsächlichen Geschehnisse und eine Prüfung der Konsequenzen, die bis zur Amtsenthebung von Walter Dubler durch den Gemeinderat führen können.»

Als direkte Folge der Pensionskassenaffäre hat der Einwohnerrat am Montag die Jahresrechnung 2014 zurückgewiesen.

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