Bremgarten
AEW Energie AG erhält Waldpreis: Für das Heizen mit Borkenkäferholz gibt es eine Auszeichnung

Gestern erhielt die AEW in Bremgarten für ihr umwelttechnisches und regionales Engagement den diesjährigen Waldpreis. Dieser wird von der Vereinigung Wald Freiamt-Lenzburg verliehen.

Melanie Burgener
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Patricia Küng, Thomas Eckert, Marcel Kränzlin und Hanspeter Gehrig (v.l.).

Patricia Küng, Thomas Eckert, Marcel Kränzlin und Hanspeter Gehrig (v.l.).

Melanie Burgener

Sie sei innovativ, aussergewöhnlich, nachahmenswert, und allem voran schafft sie eine regionale Wertschöpfung von unfassbarem Wert. So wurde die AEW Energie AG gestern Montag gelobt. Denn ihre Wärmeverbunde werden hauptsächlich mit Holzschnitzeln oder Pellets aus der Region beheizt und tragen damit einen grossen Teil zum Umweltschutz bei. «Wir wollen der Natur, aber auch für unsere Kinder etwas Gutes tun, damit auch sie in einer schönen Welt leben können», sagte Marcel Kränzlin, Leiter Wärmegeschäft der AEW.

Für dieses Engagement wurde die AEW von der Vereinigung Wald Freiamt-Lenzburg mit dem diesjährigen Waldpreis ausgezeichnet. Marcel Kränzlin und Thomas Eckert von der AEW durften den Preis beim Schnitzelsilo im Bremgarten West entgegennehmen. Bremgarten sei ein gutes Beispiel dafür, wie die AEW der Umwelt helfe.

Insgesamt drei Holzheizkessel, die bis heute 21000 Schnitzelkubik verbraucht haben, stehen in der Stadt. Damit ist sie eine der grössten Wärmeverbunde im ganzen Kanton Aargau. Die beiden Anlagen im Isenlauf sind bereits seit 2009 in Betrieb, der Holzheizkessel in Bremgarten West erst seit vergangenem Jahr. Gemeinsam sparen sie rund 5400 Tonnen CO2 pro Jahr ein.

Damit auch beschädigtes Holz verwendet werden kann

Das in Bremgarten verheizte Holz stammt ausschliesslich aus dem Forstbetrieb Wagenrain, der neben Bremgarten auch die Gemeinden Dottikon, Hägglingen, Waltenschwil und Wohlen umfasst. «Also aus einem Umkreis von etwa 15 Kilometern», sagt Eckert. «Natürlich wäre es um einiges günstiger, wenn wir es auf dem freien Markt kaufen würden, aber das wollen wir nicht.»

Die Wälder leiden aber keineswegs darunter, dass man regelmässig ihr Holz abführt und dieses zu Wärme umwandelt. Das betonte Urs Huber, Vizepräsident von Wald Freiamt-Lenzburg, gestern in seiner Laudatio. «Die nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes ist immer noch sehr gross.» Denn für die Heizungen werde nicht extra Wald abgeholzt.

Die Förster sind froh, wenn sie ihr Schadholz loswerden

«Durch die Trockenheit der vergangenen Jahre und die Schäden, die der Borkenkäfer angerichtet hat, gibt es viel Schadholz in den Wäldern», erklärte Huber weiter. «Manch ein Revierförster wünscht sich, dass bei ihm so viele Lastwagen vorfahren und das Restholz abtragen», lachte Huber. Die Förster sind also froh, wenn sie ihr Schadholz loswerden, und die AEW freut sich, dass sie die Schnitzel nicht importieren muss.

Über diese regionale Wertschätzung freute sich auch Doris Stöckli, Vizeammann der Stadt Bremgarten: «Die Zusammenarbeit funktioniert hervorragend, und es entstehen erfreuliche Projekte.» Rund 3200 Kilowattstunden kann der Holzheizkessel in Bremgarten West ungefähr pro Jahr produzieren. Und diese Leistung könnte in Zukunft auch verdoppelt werden. Denn beim Bau des ersten Kessels wurden bereits alle Vorkehrungen getroffen, dass ein zweiter realisiert werden kann.