Mit den Übersetzübungen und den Ausbildungslehrgängen für Schiffsführer gefährde die Armee bedrohte Tiere wie die Libellen, erklärte der Thomas Burkard, Leiter Information und Aufsicht bei der Stiftung Reusstal, an der Generalversammlung. Diese hat das Überleben der einmaligen, national geschützten Reusstal Landschaft mit den seltenen Tieren und Pflanzen auf die Fahne geschrieben.

Der vom Militär ausgelöste Wellenschlag könne die geschlüpften Libellen wegspülen, wenn sie sich am Ufer aufhalten und ihre Flügel aushärten lassen wollen, sagte Ornithologe Burkard. Ärgerlich sei, dass das Militär mit den Booten öfters zu schnell unterwegs sei. Gespräche zwischen der Stiftung Reusstal und den Armeeverantwortlichen finden zwar regelmässig statt.

Aber auch beim letzten Mal habe das Militär an ihren Aktivitäten auf der Reuss festgehalten, sagte Burkard. Ihm bleibe nichts anderes übrig, als die Truppe abermals zu sensibilisieren und diese «strenger zu überwachen».

Aber auch streunende Katzen, die in den Schutzgebieten Amphibien, Reptilien und Vögeln nachstellen, und Spaziergänger, die ihre Hunde nicht an der Leine führen, halten das Aufsichts- und Informationsteam von Burkard auf Trab, auch wenn die Leinenpflicht langsam zu greifen beginnt. Im Reusstalperimeter der Kantone Aargau und Zürich stellte die Gruppe letztes Jahr 230 Verfehlungen fest. Das Team sei personell am Anschlag und brauche Verstärkung, sagte Burkard.

In den Reusstalgemeinden im Kanton Zürich müssen zudem die Signalisationen verbessert werden. Der verpönte «Fischertreff» beim Parkplatz Dorfrüti in Merenschwand, ein Grill- und Rastplatz, konnte aus der Naturschutzzone an einen Ort verschoben werden, wo er legal ist.

Verstärkung wird demnächst Josef Fischer, der Geschäftsführer der Stiftung Reusstal, erhalten. Fischer ist faktisch zu 50 Prozent angestellt, arbeitet aber weit über das Mass hinaus. Eine weitere Fachkraft soll ihn entlasten, teilte die Stiftungsratspräsidentin Rosmarie Groux mit. Die Sanierung des Naturschutzstützpunktes im Zieglerhaus in Rottenschwil ist innen abgeschlossen. Ihr soll noch die Aussenrenovation des unter Denkmalschutz stehenden Hauses folgen.

Auf der Traktandenliste steht die Überarbeitung der Stiftungsurkunde. Geplant ist laut Groux, den Stiftungsrat zu verkleinern und ihm dafür einen Beirat zur Seite zu stellen. Zur Vorstudie für einen Golfplatz im Gnadenthal nahm der Arbeitsausschuss des Stiftungsrates nicht Stellung, befasste sich aber mit dem Projekt der neuen Fussgängerhängebrücke zwischen Stetten und Niederwil.

Frische Impulse für Naturschutz

Geld für neue Projekte hat die Stiftung Reusstal zwar genug – dank zweier millionenschwerer Legate. Nur fehlte ihr bisher das Personal, um die Ideen umzusetzen. Das dürfte sich mit der Verstärkung der Geschäftsleitung ändern. Laut dem Geschäftsführer Josef Fischer sind die Aufwertung des Meliorationskanals in der Giritz-Aue und eines Flachmoores in Hermetschwil geplant. Arndt Kästner, Botanikprofessor aus Deutschland, steht vor dem Abschluss seines Pflanzenbuches über das Reusstal. «Wir freuen uns über diese Publikation», sagte Fischer.

Ralf Bucher, Geschäftsführer des Aargauischen Bauernverbandes und Präsident hinterfragte zuletzt die Funktion der Stiftung und wies darauf hin, Doppelspurigkeiten in der heutigen Zeit zu vermeiden.