Auw
Acht Nationen ziehen in Auw um die Wette

600 Seilzieh-Athleten aus ganz Europa liessen am Internationalen Seilzieh-Turnier die Hanfseile ächzen. Rund 100 Teams massen während dreier Tage ihre Kräfte beim internationalen Seilzieh-Turnier und hinterliessen mit ihren klotzigen Schuhen spuren.

Tim Honegger
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Aus insgesamt acht Ländern sind Teams angereist, um sich in Auw mit anderen Seilzieh-Mannschaften zu messen. 600 Schweizer, Schweden, Deutsche, Spanier, Holländer, Italiener, Belgier und sogar Israelis pilgerten ins obere Freiamt und zelebrierten neben den Wettkämpfen das 40-jährige Bestehen des Seilziehclubs Sins, der den Anlass organisiert hat. «Wir reisen ebenfalls an Wettkämpfe ins Ausland – das ist ein Geben und Nehmen», erklärt Albert Villiger, Präsident des Seilziehclubs Sins.

Aus diesen Erfahrungen zieht er den Schluss: «Die Mannschaften, die hier vertreten sind, gehören zur Crème de la crème der europäischen Seilzieh-Szene.» Die Holländer stellten dabei regelmässig besonders erfolgreiche Teams. Trotz der starken Konkurrenz erkämpften sich am Samstag das Sinser U19-Team und das U23-Team einen Sieg in ihrer Kategorie.

«Fairste Sportart überhaupt»

Als Seilzieh-Laie konnte man am Anlass vieles über die Randsportart lernen. Entgegen der gängigen Vorstellung brüllen die Mannschaften nicht «Hau-Ruck!», sondern zischen Laute, die je nach Herkunft variieren. Was jedoch noch mehr verblüfft: Das Hanfseil ächzt hörbar unter dem Zug der beiden Teams und vermittelt zuweilen den Eindruck, es würde jederzeit reissen. Weiter ist das Seilziehen nicht den Männern vorbehalten - überraschend viele Frauen ziehen tatkräftig an den Stricken mit.

«Die Entwicklung, dass sich nun vermehrt auch Frauen für den Sport interessieren, hat erst vor wenigen Jahren so richtig begonnen», erklärt Villiger. Die meisten von ihnen kämpfen in gemischten Teams - reine Frauenteams sind auch heute noch die Ausnahme. «Aber die Frauen schlagen sich wirklich gut», lobt Villiger. Nicht müde werden die Seilzieher hervorzuheben, dass das Seilziehen – zu Englisch Tug of War – die fairste Sportart ist, die es gibt. Allerdings gestehen sie, dass das nicht nur an den friedliebenden Gemütern der Athleten liegt: «Der Hauptgrund dafür ist wohl, dass es eine Sportart ohne Körperkontakt ist», erklärt der Speaker.

Nigerianer nicht dabei

Als besondere Delegation erwarteten die Organisatoren eine Seilzieh-Mannschaft aus Nigeria. «Leider hatten die Athleten jedoch Schwierigkeiten, ihre Visa zu erhalten», klagt Villiger. Es sei bereits früher vorgekommen, dass afrikanische Teams an den Schweizer Einreisebestimmungen scheiterten. Dabei hätten sich die afrikanischen Gäste bei der sommerlichen Hitze bestimmt wohlgefühlt.