Berikon

Acht Klassen weniger an der Kreisschule Mutschellen

Strukturreform, neues Realschulmodell und Sanierung an der Kreisschule.

Strukturreform, neues Realschulmodell und Sanierung an der Kreisschule.

Das neue Schuljahr bringt der Kreisschule Mutschellen (KSM) einschneidende Änderungen. Ein Element des mehrteiligen Wandels am regionalen Oberstufenstandort in Berikon ist ein markanter Schrumpfungsprozess.

Im Sog des neuen aargauischen Schulmodells 6/3 sinkt die Zahl der Schüler im August von 560 auf 435 und jene der Klassen von 30 auf 22. Bei den Lehrkräften kam es zu einem massiven Stellenabbau. Statt 60 Lehrpersonen erteilen nur noch 39 Unterricht an der Kreisschule der vier Trägergemeinden Berikon, Rudolfstetten, Widen und Oberwil-Lieli.

Der Stellenabbau verlief letztlich glimpflich. Es kam zwar zu Kündigungen, aber alle weggehenden Lehrpersonen fanden eine Neuanstellung im Aargau oder in anderen Kantonen. Ausserdem gehen drei KSM-Lehrkräfte in Pension.

Schülerzahlen: Munteres Auf und Ab

Laut KSM-Gesamtschulleiter Louis Isenmann sinken die Schülerzahlen an der KSM seit rund zehn Jahren. Der Tiefststand mit 435 Schülerinnen und Schülern wird nun im kommenden August erreicht. «Auch ohne Strukturreform 6/3 hätte sich der Schülerschwund fortgesetzt», erläutert Isenmann, «wenn auch auf deutlich sanftere Art. Unter dem Strich hätten wir wohl zwei Klassen schliessen müssen.» Im August 2015 dürfte die Schülerzahl bei rund 435 verharren, danach erwarten die Schulverantwortlichen wieder mehr Schüler. Gemäss Prognosen vergrössert sich die Zahl wieder gegen 500. Einen markanten Anstieg erwartet man dann in fünf Jahren.

Altersdurchmischte Realklassen

Die Oberstufen-Kleinklasse an der Kreisschule Mutschellen wird aufgehoben und das Konzept der integrativen Schulung an der Real umgesetzt. Fortan steht jeder Realschulklasse während sechs Wochenlektionen ein schulischer Heilpädagoge zur Seite. Eine radikale Änderung erfährt das pädagogische Konzept, teils bedingt durch den Schülerschwund. Neu setzt die Real auf das Modell des altersdurchmischten Lernens.

Davon versprechen sich die Schulverantwortlichen nicht nur stabile, ausgeglichene Klassengrössen, sondern auch selbstbewusste, zufriedene Schüler. «Jüngere und ältere Schüler werden gegenseitig profitieren», sagt Schulleiter Isenmann, «zudem haben unsere vier Reallehrer Erfahrung im altersdurchmischten Unterrichten». Künftig wird man an der KSM also nicht mehr von der 1. oder 2. Klasse sprechen, sondern von den Klassen A, B, C und D.

Die grosse Sanierung winkt

Starke Auswirkungen auf den Schulalltag wird ab August die umfangreiche Sanierung/Erneuerung des Kreisschulgebäudes KSM 1 und der Turnhallen haben. Im Herbst muss das Schulgebäude 1 komplett geräumt werden. Züglen und zusammenrücken sind angesagt, denn der Klassenunterricht findet während eineinhalb Jahren in den drei benachbarten KSM-Gebäuden 2 bis 4 statt.

Der Praxisraum fürs textile Werken wird als Klassenzimmer hergerichtet, genau so das Ambulatorium der Psychomotorik. Alle Spezialräume – Chemie, Bio, bildnerisches Gestalten, Gesang und Musik – sind überbelegt, sodass mehrere Klassenlehrer für diese Fächer auf die Spezialräume verzichten müssen. Und weil keine freien Spezialzimmer mehr zur Verfügung stehen, werden einige Fachlehrer zu «Wanderpredigern».

An den beiden KSM-Abschlussfeiern werden total 117 Schüler und 21 Lehrpersonen verabschiedet. Beste Bezschüler: Nicolas Fillol mit der Note 5,7 und Denise Baumann mit 5,3. Beste Sekschülerin: Irina Schober mit 5,4. Den Spezialpreis der Real erhält Simon Hofer.

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