Die Pause ist (fast) vorbei. Die Mitglieder des Kellertheaters freuen sich auf die kommende Saison mit 20 Gastspielen und stellten einige spannende Termine vor. «Am Samstag ist Grossputz», erzählte Heidi Ehrensperger von der Gastspielgruppe lachend, «dann kann es bald wieder losgehen.»

Die Gruppe konnte viele unterschiedliche Künstler für Auftritte im Kellertheater gewinnen und informierte nicht ohne Stolz: «Es ist sogar so, dass wir viel mehr Anfragen haben, als Termine frei wären.» Es sei dann auch nicht leicht gefallen, eine kleine Auswahl für den Infoanlass zusammenzustellen.

Vielfältig mit Tiefgang und Jodelworkshop

Den Spielzeitauftakt bestreitet Volker Ranisch am 14. September mit dem Programm «Mahle. Mühle, mahle!», einem schauerlichen Liederzyklus von Wilhelm Müller und Franz Schubert. Ranisch und der Regisseur André Steger blicken dabei auf unterschiedliche apokalyptische Motive. Um 19.15 Uhr gibt es eine Einführung ins düstere Geschehen.

Das Publikum darf sich in der Saison zudem auf Lesungen wie die von Max Huwyler freuen. Dessen Gedichte und Geschichten begleitet Hans Hassler am Akkordeon. Barock und deftig geht es im November bei Vera Bauer zu, die in ihrem Programm «Heut Hui, morgen Pfui» den deftigen Lebenspredigten des Wiener Hofpredigers Abraham a Sancta Clara Leben einhauchen wird.

Ein literarisches Konzert mit Musik präsentiert am 23. Mai das Glauser Quintett. Dabei stellen sie die Novelle «Gotthard» von Zora del Buono vor. Die Musik ist vom Komponisten Daniel R. Schneider. «Literatur trifft Musik. Musik trifft Literatur. Beides verschmilzt zu einer neuen Erzählform», beschreibt es das Programm. Barbara Berner von der Gastspielgruppe freut sich besonders auf das Duo Nadja Räss und Markus Flückiger, die am 16. November im Kellertheater zu Gast sein werden.

Die Jodlerin und der Schyzerörgeler sind laut Programm nicht mehr aus der Volksmusik-Szene wegzudenken. Als Schmankerl bietet das Duo denjenigen, die ein Billett haben, einen Jodel-Workshop an. Berner dazu: «Daran nehme ich natürlich auch teil.»

Eigenproduktionen und Theaterfunken

Neben den 20 Gastspielen wartet das Ensemble des Kellertheaters mit drei Eigenproduktionen auf. Im Oktober feiert die Junge Bühne mit dem postapokalyptischen Stück «Endzeit – der Epilog» Premiere. Ende November zeigt das Figurentheater für Menschen von 4 bis 99 «Die Kiste».

Klassisch wird es im Februar, wenn William Shakespeares «Macbeth» in einer Mundartfassung auf die Bühne kommt. Angeblich liege ein Fluch auf dem Stück, ist der Website zu entnehmen, das Kellertheater wage sich aber trotzdem daran.

An Schüler und Lehrer richten sich die drei Programme des Theaterfunken. «Für Lehrpersonen gibt es dafür die Weiterbildung ‹Roter Teppich›», informierte die Gruppe, «das ist die perfekte Vor- und Nachbereitung für den Theaterbesuch mit Schulklassen.»

Im letzten Jahr sei das Gastspiel in der Weinhandlung Nauer ein voller Erfolg gewesen, weiss die Gastspielgruppe zu berichten. Am 25. Januar 2020 tritt dort «Faltsch Wagoni» auf, das Duo begeistert mit satirischer Wortkunst die Zuschauer. «Das ist immer sehr amüsant», stellten die Theatermitglieder fest. Ein Motto, unter das die Spielzeit 2019/20 gestellt werden könnte, gebe es nicht. «Wir machen einfach das, was wir toll finden», betonte Heidi Ehrensperger schmunzelnd.