Wohlen
Abwasserverband Wohlen-Villmergen-Waltenschwil mit Super-Zahlen

Die Rechnung 2012 des Abwasserverband Wohlen-Villmergen-Waltenschwil weist gegenüber dem Voranschlag einen Minderaufwand von 6,7% oder 144'111 Franken aus. Auch sonst lief alles rund.

Toni Widmer
Merken
Drucken
Teilen
Gute Zahlen für den Abwasserverband Wohlen-Villmergen-Waltenschwil.

Gute Zahlen für den Abwasserverband Wohlen-Villmergen-Waltenschwil.

Walter Christen

Die wichtigste Nachricht für die Umwelt: Die Abwasserreinigungsanlage in Wohlen hat auch im vergangenen Jahr reibungslos funktioniert. Bei einem Abwasseranfall von 5,6 Mio. Kubikmeter (plus 30 %) war die Reinigungsleistung jederzeit im grünen Bereich.

Die zulässige Abflusskonzentration von 15 mg BSB5 (biochemischer Sauerstoffbedarf) pro Liter konnte über das ganze Jahr hinweg eingehalten werden. Durchschnittlich lag sie bei 2,7 mg/l.

Grenzwerte durchwegs eingehalten

Die Stickstoff-Grenzwerte wurden bei 3 von 101 Untersuchungen geringfügig überschritten. Auch hier lagen die Jahresdurchschnittswerte aber deutlich unter den Grenzwerten. Dasselbe beim Nitrat.

Nur während eines Monats konnte hier das Qualitätsziel von 15 mg/l nicht erreicht werden. Im Jahresschnitt lag der Wert mit 12,7 mg/l sogar um rund 2 mg tiefer als im Vorjahr.

Gegen zwei Drittel der gesamten Arbeitszeit (26 %) wurde im vergangenen Jahr in die Aufbereitung des anfallenden Klärschlamms (40 175 m) investiert. Der Aufwand hat sich gelohnt, die Betriebsrechnung der Klärschlammtrocknung schliesst 32 350 Franken oder 4,7 Prozent unter dem Voranschlag (652 649 Franken).

Daneben konnten für die Verwertung des Schlamms aus den ARAs Killwangen und Rudolfstetten 342 472 Franken Entsorgungsertrag verbucht werden.

Strom durchwegs ins Netz

Der Stromhaushalt in der ARA Blettler ist nur organisiert worden. Seit der Inbetriebnahme des zweiten neuen Blockheizkraftwerks wird der produzierte Strom gesamthaft als Ökostrom in Netz gespeist.

Im vergangenen Jahr waren das 1,04 Mio. kWh. Daraus resultierten 183 152 Franken Ertrag aus der KEV (kostendeckende Einspeisevergütung). Somit muss anderseits der Strom (1,967 Mio. KWh) für den Betrieb der ARA eingekauft werden. Das hat 236 639 Franken gekostet. Insgesamt geht die Rechnung für die ARA allerdings auf.

Die Stromproduktion hat gegenüber dem Vorjahr um 51 % zugenommen. Grund dafür waren der höhere Wirkungsgrad der neuen Blockheizkraftwerke, und, die durch die Fremdschlammannahme bedingte, höhere Gasproduktion. Die Eigenproduktion ist damit von 33,8 % im Vorjahr auf 53 % gesteigert worden.

Klärwärter mit Eigeninitiative

Mit Eigeninitiative und Idee haben die Klärwärter auch im vergangenen Jahr wieder viel Geld sparen können. So wurden in der Klärschlammtrocknungsanlage diverse defekte Teile selber hergestellt und ersetzt, was einem Eigenwert von 1500 Franken entspricht.

Für die Revision musste dank Mithilfe des Personals zudem nur ein Monteur der Lieferfirma beigezogen werden.

Auch bei einem Wasserschaden, bei dem wegen eines geborstenen Frischwasserfilters die Schaltschränke der Schlammbehandlung überflutet wurden, haben Anlagenchef Stefan Irniger und seine Klärwärter kräftig in die Hände gespuckt.

Vorerst war von einem Ersatz der Schaltschränke die Rede. Das hätte einen Betriebsunterbruch von zwei Monaten sowie beträchtliche Kosten zur Folge gehabt.

Also versuchte man es mithilfe und Beratung von auswärtigen Firmen vorerst mit Trocknungsgeräten. Letztlich mussten nur ein paar Teile gewechselt werden und bereits nach drei Tagen lief die Anlage wieder. Der Schaden konnte dank dem überlegten Vorgehen und einer gewissen Risikobereitschaft mit 8000 Franken sehr tief gehalten werden.