Die Sanierung und der Ausbau der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Muri kostet 11,809 Millionen Franken. Der Gemeinderat beantragt den Stimmberechtigten, an der Einwohnergemeindeversammlung vom 27. Juni den entsprechenden Kredit gutzuheissen. Notwendig sind die Arbeiten nicht nur, um der Verpflichtung nachzukommen, Mikroverunreinigungen aus Medikamenten, Reinigungsmitteln oder Kosmetika zu eliminieren. Die Anlage muss auch einer Gesamterneuerung unterzogen werden.

Der Gemeinderat hat ein Ingenieurbüro beauftragt, die Dimensionierung der ARA Muri bis ins Jahr 2040 zu überprüfen. Neben der Erhebung von Grundlagen, einer generellen Zustandsaufnahme sowie weiteren Untersuchungen wurden zwei Varianten für die Behandlung von Mikroverunreinigungen geprüft: die Ableitung des gereinigten Abwassers in die Reuss mit einer 5,2 Kilometer langen Leitung und der Bau einer Anlage für die Elimination von Mikroverunreinigungen in er ARA, was vom Gemeinderat favorisiert wird. Sie stelle einen Beitrag an den lokalen Gewässerschutz dar, zumal das Ableiten des Abwassers in die Reuss lediglich zu einer stärkeren Verdünnung, nicht aber zu einer Reduktion der Mikroverunreinigungen führen würde. Weiter ist eine Gesamterneuerung notwendig: unter anderem neues Regenbecken mit Siebrechen, Instandstellung aller Betonbauwerke, des Hebewerks, der Rechenanlage, des Sandfangs usw., diverse Pumpen und Anlagen, die Elektro- und Messtechnik.

Vom Bund ist ein Beitrag von 2,2 Millionen Franken zu erwarten. 1,513 Millionen Franken fliessen als Gemeindebeitrag von Buttwil, 218'000 Franken von Geltwil nach Muri. Die Nutzungsdauer der ortsfesten Bauwerke beträgt 40 Jahre, für die Betriebsanlagen und Installationen zehn Jahre. Die jährlichen Betriebs- und Unterhaltskosten werden gegenüber dem heutigen Betrieb mit rund 555'000 Franken um etwa 20 bis 25 Prozent höher liegen, also bei rund 680'000 Franken, wie der Gemeinderat weiter festhält.

Neu: Unterflursammelstellen

Muri soll mit Unterflursammelstellen für Kehricht ausgestattet werden. Hier können Kehrichtsäcke während 24 Stunden eingeworfen werden, die Leerung durch die Kehrichtabfuhr erfolgt individuell gestützt auf eine digitale Füllstandsanzeige. «Durch die füllstandsabhängigen Sammelfahrten wird die Kehrichtabfuhr künftig gezielt und nur bei Bedarf durchgeführt», stellt der Gemeinderat fest. Das führe zu einer effizienteren Abfuhrorganisation, zu weniger und kürzeren Fahrten und damit zu weniger Emissionen, zu weniger Gefahrensituationen auf schmalen Quartierstrassen durch rückwärts fahrende Abfuhrwagen und zu geringeren Kosten. In einer ersten Etappe sollen Quartiersammelstellen sowie grössere Überbauungen auf diese Sammelstellen umgestellt werden. Die Erfahrungen in anderen Gemeinden zeigten, dass der Nutzen bei einer flächendeckenden Umsetzung am grössten ist. Für die Realisierung einer ersten Etappe Unterflurcontainer beantragt der Gemeinderat einen Kredit von 750'000 Franken.

Revision von Reglementen

Neben Rechenschaftsbericht und Jahresrechnung 2018 werden den Stimmberechtigten eine Teilrevision der Gemeindeordnung mit einer Erhöhung der Mitgliederzahl der Finanzkommission von heute drei auf fünf, die Totalrevision des Entsorgungsreglements, eine Teilrevision des Abwasserreglements und die Kreditabrechnung Projekt GEVER (digitale Arbeitsprozesse) beantragt. Schliesslich soll an Franz Käppeli das Ehrenbürgerrecht verliehen werden. «Die Grosszügigkeit dieses Murianer Mäzens ist weit über die Grenzen unserer Region und unseres Kantons einzigartig», hält der Gemeinderat fest.