Abtwil
Der Empfang war schon lange geplant: Abtwil darf endlich seine 1000. Einwohnerin begrüssen

Damit hätte Livia Dianese nicht gerechnet, als sie in der ersten Woche des Jahres nach Abtwil gezogen ist. Die 19-Jährige ist als 1000. Einwohnerin mit Urkunde und Geschenken vom Gemeinderat persönlich begrüsst worden.

Melanie Burgener
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Livia Dianese ist die 1000. Einwohnerin von Abtwil. Zusammen mit ihrer Mutter Aline (beide in der Mitte) wurde sie vom neuen Gemeinderat begrüsst und mit Geschenken im Dorf willkommen geheissen.

Livia Dianese ist die 1000. Einwohnerin von Abtwil. Zusammen mit ihrer Mutter Aline (beide in der Mitte) wurde sie vom neuen Gemeinderat begrüsst und mit Geschenken im Dorf willkommen geheissen.

Melanie Burgener

Feierlich versammelt stehen die Frauen und Herren Gemeinderäte an diesem Mittwochabend vor dem Eingang der Mehrzweckhalle in Abtwil. Es ist die erste offizielle Zusammenkunft in der neuen Amtsperiode – zu einem für das Dorf ganz besonderen Anlass. «Noch nie durften wir eine 1000. Einwohnerin begrüssen, das ist eine einmalige Feier. Darauf hat die Gemeinde lange gewartet», verkündet Ammann Stefan Balmer stolz.

Seine Worte richtet er an die 19-jährigen Livia Dianese, die zusammen mit ihren beiden jüngeren Geschwistern und ihrer Mutter Aline Dianese in der ersten Januarwoche aus dem Zugerland ins Freiamt gezogen ist. Dass ihre Registrierung im Gemeindeverzeichnis geschichtsträchtig ist, hat Priska Bernet, Leiterin der Einwohnerkontrolle der Gemeinde, als erstes bemerkt. «Ich habe das gründlich kontrolliert, sie ist wirklich die tausendste», bestätigt sie lachend.

Zum Ausdruck dieser Freude übergibt der Ammann Dianese eine gerahmte Urkunde, einen grossen Blumenstrauss mit einem Gutschein für das Regionale Kino Cinepol in Sins und überreicht ihrer Mutter zudem einen Korb gefüllt mit regionalen Köstlichkeiten. «Darunter eine Karottensuppe. Schliesslich seid ihr ja jetzt vom Chriesi-Kanton Zug in den Rüeblikanton gezogen», sagt er schmunzelnd.

Eine Linde und eine Bank sollen an diesen Moment erinnern

Mutter und Tochter sind überwältigt von dieser Geste. «Das ist eine grosse Ehre, damit hätten wir nie gerechnet», sagt Livia Dianese. Ihre Mutter ergänzt: «Dieses Persönliche ist es auch, was wir am Dorfleben so schätzen. In Baar, wo wir bisher gelebt haben, hat man sich nicht einmal in der Nachbarschaft gekannt.»

Als Beweis dafür, wie geschichtsträchtig dieser Moment für die Gemeinde ist, macht Stefan Balmer ein paar Vergleiche. «Die älteste Abbelerin wurde kürzlich 101 Jahre alt. Als sie zur Welt gekommen ist, gab es im Dorf rund 300 Einwohnerinnen und Einwohner.» 1995 wurde der 500. Dorfbewohner begrüsst, 2016 zählte Abtwil dann endlich 996 Personen. «Damals haben wir uns schon auf eine Feier vorbereitet und überlegt, wie wir die 1000. Person begrüssen.»

Dass diese Feier, wenn auch erst gut fünf Jahre später, nun endlich stattfinden konnte, soll auf eine spezielle Art festgehalten werden. «Zur Erinnerung werden wir beim Schützenhaus eine Linde pflanzen und eine Sitzgelegenheit mit dem eingravierten Datum montieren. Dann können alle 1000 Einwohnerinnen und Einwohner einmal vorbeigehen und sich draufsetzen», kündet Stefan Balmer an.

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