Wohlen

Abtretender Präsident des Einwohnerrats: «Wohlen hat keine schlechte Politkultur»

Heute gibt Arsène Perroud seine politischen Zukunftspläne bekannt.

Heute gibt Arsène Perroud seine politischen Zukunftspläne bekannt.

Heute Abend findet die letzte Einwohnerratssitzung der Gemeinde Wohlen unter der Leitung von Präsident Arsène Perroud statt. Die az hat mit ihm über seine 10-jährige Amtszeit gesprochen und wie es für Perroud weitergeht.

Die meisten Kinder und Jugendlichen aus Wohlen nennen ihn «Arsi» und sind per Du mit ihm. Nur wenige von ihnen wissen wohl, dass der Stellenleiter des Vereins für Jugend und Freizeit gleichzeitig der höchste Wohler ist. Denn noch bis Ende Jahr ist Arsène Perroud (34, SP) Einwohnerratspräsident - heute Abend leitet er seine letzte Sitzung.

«Herr Perroud, Sie waren zehn Jahre im Einwohnerrat, davon zwei Jahre als Präsident. Nach dem Präsidium gibt man normalerweise auch den Ratssitz ab. Wie sieht Ihre Zukunft aus?

Arsène Perroud: Gestern habe ich mit meiner Familie darüber beraten. Meinen Entscheid werde ich heute Abend an der Sitzung bekannt geben. Was ich aber schon jetzt sagen kann: Ich bin ein politischer Mensch. Die Frage ist, in welcher Form ich das künftig ausleben werde.

Welche Argumente sprechen dann für einen Rücktritt?

Das Präsidium ist sehr zeitintensiv. Die Familie ist oft zu kurz gekommen. Allerdings würde mich ein normaler Ratssitz nicht so sehr beanspruchen wie das Präsidium.

Was macht das Präsidium denn so viel zeitintensiver?

Die Sitzungen vorzubereiten und zu leiten, ist nur ein Teil. Ein Grossteil der Arbeit ist Repräsentation. Ich war bei Theaterpremieren, im Altersheim, bei Vereinen und so weiter. Es waren sehr viele schöne Momente, die ich sonst nicht erlebt hätte. Wer kann schon von sich sagen, dass er Götti eines Zuges ist? (lacht) Um all das unter einen Hut zu bringen, braucht man den passenden Job und die Unterstützung der Familie. Aber für mich waren es zwei sehr interessante, schöne Jahre.

Gibt es auch negative Erinnerungen an diese zwei Jahre?

Als Präsident konzentriert man sich weniger auf die Inhalte der Sitzungen, sondern vielmehr auf deren reibungslosen Ablauf. In dieser Hinsicht sind sämtliche Sitzungen sehr gut gelaufen. Wohlen hat keine schlechte Politkultur. Man liest immer nur von den Streitereien der Ratsmitglieder. Aber in den zwei Jahren musste ich vielleicht drei-, viermal zur Ordnung rufen. Es wird oft hitzig, aber in der Regel sachbezogen diskutiert und die allermeisten Einwohnerratsmitglieder halten sich an die Anstandsregeln.

Sie wurden als souveräner Präsident wahrgenommen, was raten Sie Ihrer Nachfolgerin?

Man darf sich nicht von den unterschiedlichen Interessen ins Bockshorn jagen lassen. Man muss sich bewusst sein, dass man die verschiedenen Ansprüche nie zu 100 Prozent zufriedenstellen kann. Und man muss Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten haben. Wenn man selber weiss, was man will, und das durchsetzt, wird man auch respektiert.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1