Fall Dubler

«Absolut grotesk, was da passiert ist»: Walter Dubler gibt erstes TV-Interview nach Affäre

Walter Dubler bricht sein Schweigen: «Absolut grotesk, was da passiert ist»

«Mir geht es bedeutend besser als auch schon»: Walter Dubler im Interview bei «Tele M1».

Walter Dubler äussert er sich zum ersten Mal im Fernsehen nach seiner Absetzung als Wohler Gemeindeammann und dem Freispruch vor Gericht. Er spricht von einer «Überreaktion».

Walter Dubler hat lange geschwiegen. Nun strahlte der Regionalsender «Tele M1» im Rahmen der Serie «Menschen 2017» ein ausführliches Interview mit dem ehemaligen Ammann aus. 

Dubler bekommt dabei Gelegenheit, seine Sicht der Dinge beziehungsweise der Affäre um seine Person darzustellen.

«Abslolut grotestk» sei, was passiert sei, sagt Walter Dubler.

Seine Suspendierung sei «eine Überreaktion» gewesen, findet Dubler. Die Absetzung eines Ammanns durch den Regierungsrat nennt Dubler einen Vorgang, der in der 214-jährigen Geschichte einmalig sei. Er kritisiert auch die Medien, namentlich die «Aargauer Zeitung», die «bei dieser Kampagne voll mitgemacht haben». So sei die Situation «aus dem Ruder geraten».

Zur Erinnerung: Der Regierungsrat enthob Dubler aus seinem Amt, weil dieser Reglemente verletzt, Kompetenzen überschritten und Geld nicht an die Gemeinde abgeliefert hatte. Wie der Regierungsrat hat auch das Bundesgericht festgestellt, dass Dubler Amtspflichten verletzt, Kompetenzen überschritten und Reglemente nicht eingehalten hat.

Juristisch blieb dagegen nichts hängen. Der parteilose Politiker wurde zwar vom Bezirksgericht Zurzach und vom Obergericht des Betrugs und der ungetreuen Geschäftsbesorgung schuldig gesprochen – das Bundesgericht hat diese Urteile dann aber aufgehoben und an das Obergericht zurückgewiesen. Das Obergericht hat Dubler darauf in allen Punkten freigesprochen.

«Nie dumm angemacht worden»

«Mir geht es bedeutend besser, als auch schon», sagt Walter Dubler heute. «Es war sehr eine schwierige Situation, der vollständige Freispruch durch das Bundesgericht in diesem Jahr tut mir gut.»

Auf der Strasse sei er die ganze Zeit nie «dumm angemacht worden». Freunde und Bekannte hätten zu ihm gehalten, seiner Frau, eine Engländerin, attestiert er «churchill'sche Gene».

Auf die Bemerkung der Interviewerin, er sei jetzt politisch erledigt, meinte Dubler: «Im April werde ich 63 – es wäre viel kritischer gewesen, wenn ich zehn Jahre jünger wäre», sagt er. «Irgendwann einmal muss man einen Schlusstrich ziehen.»

Zu seinen Handlungen als Gemeindeammann, die zu seiner Absetzung geführt haben, hat sich Dubler im TV-Interview nicht geäussert. (smo)

Alle Ereignisse, Fakten und Meinungen zum Fall Dubler finden Sie hier im Dossier.

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