Kehrichtsammelstelle

Abfuhrkosten sind zu hoch: Gemeinde Muri verzichtet nun doch auf geplante Unterflurcontainer

Mit der Realisierung von zwei UFC-Containern konnte die Gemeinde Erkenntnisse sammeln.

Mit der Realisierung von zwei UFC-Containern konnte die Gemeinde Erkenntnisse sammeln.

Vor zwei Jahren wurden im Luwa-Areal und im Dorfpark erste Unterflurcontainer aufgestellt, weitere Installationen waren in Planung. Nun stellt die Gemeinde Muri fest, dass sich die Neuerung nicht auszahlt. Das gesparte Geld wird der Bevölkerung nun gutgeschrieben.

Es gibt sie bereits in zahlreichen Schweizer Gemeinden und Städten: Kehrichtsammelstellen, die im Boden versenkt wurden. Obwohl dazu vielerorts konkrete Auswertungen über die Betriebskosten fehlten, hat der Gemeinderat Muri 2017 beschlossen, ebenfalls flächendeckend solche Unterflurcontainer (UFC) einzuführen. Denn es sprachen viele Vorteile dafür, wie die Gemeinde mitteilt.

Zwei Container wurden bereits eingebaut

Durch die unterirdische Entsorgung würden beispielsweise nicht überall im Dorf Abfall­säcke herumliegen. Das sähe schöner aus und würde Tiere fernhalten. Ausserdem würden so die Sammelstellen auf eine überschaubare Anzahl reduziert, was der Kehrichtabfuhr zugutekomme. So wurden in Muri zwei UFC realisiert. Einer im Luwa-Areal und einer im Dorfpark.

Jetzt hätten diese ersten Erfahrungen jedoch gezeigt, dass sich dieses System für Muri nicht auszahle. Die Abfuhrkosten sind massiv höher als angenommen, und es kommt vermehrt zu illegaler Entsorgung. Dazu kommt: Damit lange Wege zum Entsorgungsplatz vermieden werden können, bräuchte es 60 solcher Sammelstellen. Bei einem Mindestbetrag von 22'000 Franken pro Container würde das zu hohen Investitionen und auch zu deutlich höheren Entsorgungskosten führen. Dazu müssten die Entsorgungsgebühren erhöht werden. Gegen illegale Entsorgungen müssten Sack-Erkennungschips zulasten der Benützer in die UFC eingebaut werden.

In Städten funktionieren solche Container wegen der Einwohnerdichte. Auf dem Land dagegen würden sie erst sinnvoll, «wenn es sich um eine kompakte Siedlung mit mehr als 50 Wohneinheiten handelt», wie Vizepräsidentin und Ressortvorsteherin Milly Stöckli in der Mitteilung erklärt. In Muri sollen künftig neue Überbauungen mit über 50 Wohnungen auf eigene Kosten UFC einrichten müssen. Aufgrund fehlender Erfahrungen habe man das im Voraus nicht abschätzen können. Die Gemeinde sei froh, dass sie diese Erkenntnisse sammeln konnte.

Kapital für Container geht an die Bevölkerung

Die Idee, Kehricht gesammelt zu entsorgen, besteht aber noch immer. Mit «Container für alle» will der Gemeinderat ab nächstem Jahr Haushalten und Betrieben gratis Container zur Verfügung stellen. Im ersten Jahr soll das Budget dafür 50'000 Franken betragen. Danach soll jährlich ein Betrag dafür gesprochen werden.

Mit dem Entscheid, UFC in Muri nicht flächendeckend einzuführen, braucht es das dafür geäufnete Kapital nicht mehr. Der Gemeinderat will es nun der Bevölkerung gutschreiben: Die Grundgebühr soll um fast 30 Prozent auf 35 Franken gesenkt und die Kehricht- und Gewichtsgebühr um 20 Prozent reduziert werden. Eine Rolle 35-Liter-Gebührensäcke wird dann 18.30 Franken kosten. Mit den neuen Gebühren soll in den kommenden Jahren kein Gewinn bei der Abfallbewirtschaftung mehr erzielt werden. (az)

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