Muri

Abfall wird flächendeckend unter dem Boden gesammelt

Als erste im Freiamt will die Gemeinde flächendeckend Abfallentsorgung in Unterflurcontainern realisieren. Damit sollen pro Jahr rund 35'000 Franken gespart werden. Kostenpunkt: 600'000 Franken.

Abfallsäcke nicht mehr an den Strassenrand stellen, sondern in unterirdisch angelegten Containern entsorgen: Der Gemeinderat Muri prüft ein solches Gesamtkonzept für die ganze Gemeinde. Eine erste Etappe soll bereits 2019 umgesetzt werden. Bei den neusten grösseren Überbauungen werden solche Unterflurcontainer bereits eingebaut. Damit nimmt Muri im Freiamt eine Vorreiterrolle ein.

Luwa-, Römer- oder Wiliweg-Areal, sie haben eines gemeinsam: Hier sollen in der ersten Etappe bereits Unterflurcontainer für die Abfallentsorgung bedient werden. In der zweiten Etappe wird die Umsetzung auch in den Quartieren soweit wie möglich umgesetzt. «Mit der etappierten Einführung erhält die Gemeinde Muri eine moderne Entsorgungslogistik für Kehricht», hält der Gemeinderat fest.

Nach Investition günstiger

Der Einbau von solchen Unterflur-Sammelstellen ist nicht ganz billig. Die Investitionskosten für die erste Etappe werden mit etwa 600'000 Franken veranschlagt. Einsparungen resultieren jedoch beim Transport und beim Personalbedarf. Die Betriebskosten werden mit 80 Franken pro Tonne 36 Prozent niedriger sein als die heutigen mit dem Kehrichtwagen, was sich jährlich mit bis zu 35'000 Franken positiv niederschlägt.

Nach wie vor wird die Abfallentsorgung nach dem Verursacherprinzip den Nutzern verrechnet. «Es gibt dafür verschiedene Systeme», weiss Vizepräsidentin Milly Stöckli, zuständig unter anderem für Entsorgung. So kann etwa der Zugang zum Container mit einem Chip oder Schlüssel ermöglicht werden. Ebenfalls gibt es Container mit einem Wägesystem. Noch nicht entschieden ist, welches System und welche Anbieter der Anlagen gewählt werden.

Viele Vorteile

Die Vorteile gegenüber der Sack- oder Containersammlung von Haus zu Haus sieht der Gemeinderat unter anderem in der Möglichkeit, dass Kehrichtsäcke täglich und zu jeder Zeit entsorgt werden können. Es liegen keine Abfallsäcke mehr am Strassenrand, die von Tieren zerrissen werden können. Es gibt wesentlich weniger Geruchsprobleme, und der Flächenbedarf für die Bereitstellung ist deutlich kleiner, da weniger Sammelposten notwendig sind. Schliesslich sind die Abfuhrkosten günstiger, weil weniger Sammelposten angefahren werden müssen und weil Personal eingespart werden kann. Konkret sind nicht mehr drei Personen für die Abfuhr notwendig, sondern nur noch eine. Die Abfuhrrouten sind wegmässig und zeitlich kürzer. Schliesslich müssen die Abfuhrzeiten der Bevölkerung nicht mehr kommuniziert werden und für das Beladerpersonal gibt es eine bessere Arbeitshygiene.

Aber es gibt auch ein paar Nachteile, wie der Gemeinderat einräumt. So müssen die Benutzer der Unterflurcontainer teilweise gewisse Distanzen in Kauf nehmen. «200 bis 300 Meter gelten als zumutbar», sagt Stöckli. Die Einführungszeit für das ganze Wohngebiet wird mit etwa zehn Jahren erwartet, nicht zuletzt wegen der teilweise aufwendigen Bewilligungsverfahren. Schliesslich muss noch eine Lösung für die separate Entsorgung der Gewerbecontainer gefunden werden.

Kredit an Sommer-Gmeind

Für den Gemeinderat ist klar: Die Unterflurcontainer sind umweltschonend und hygienisch. Die Gemeinde Muri mit bald 8000 Einwohner brauche dieses System, auch weil mehrere Wohngebiete mit Sackgassen erschlossen sind, was die Manövrierbarkeit mit dem Kehrichtwagen stark einschränke. «An vielen Orten muss rückwärts gefahren werden, um Säcke aufzuladen oder Container zu entleeren. Dies führt zu erheblichen Sicherheitsproblemen und hohem Zeitaufwand für die Sammlung von Abfällen.»

Der Kredit für die erste Etappe und das entsprechende Reglement sollen der Einwohnergemeindeversammlung im Sommer 2019 zur Genehmigung vorgelegt werden.

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