Muri
Abbruch bedeutet Aufbruch: Ökonomiegebäude der Pflegi wird verabschiedet

Das 65-jährige Ökonomiegebäude der Pflegi wird mit einem Fest verabschiedet. An seine Stelle tritt das Neubauprojekt «Löwen». Wer das Ökonomiegebäude noch ein letztes Mal hautnah erleben möchte, hat am Donnerstag die Möglichkeit dazu.

Eddy Schambron
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Die Fenster sind schon im Container: Dem Ökonomiegebäude der Pflege Muri geht es jetzt an den Backstein

Die Fenster sind schon im Container: Dem Ökonomiegebäude der Pflege Muri geht es jetzt an den Backstein

Eddy Schambron

Dem Ökonomiegebäude der Pflegi Muri, das mit zum «Gesicht» des Klosterareals gehört geht es buchstäblich an den Backstein. Es muss Platz machen für das Neubauprojekt «Löwen». Bereits entfernt sind die Fenster und weitere Bauteile. Bevor die Bagger mit ganzer Wucht auffahren, feiert die Pflegi den Abbruch und damit den Weg in die Zukunft mit einer «Abbruch-Aufbruch-Party» am Donnerstag, 30. Juni. Dazu eingeladen sind alle, die wie Pflegi mitteilt.

Der Murianer «Rote Löwen» schrieb Geschichten und Geschichte. So diente das Gebäude von 1703 bis 1841 dem Kloster als «Weibergästehaus», wo Schwestern, Tanten, Mütter und Grossmütter der Mönche logierten, wenn sie Verwandte im Kloster besuchten.

Nach der Aufhebung des Klosters 1841 richteten die Salesianer im Löwen die Don-Bosco-Anstalt ein, eine christlich orientierte Handwerkerschule. Als der Schulbetrieb aus finanziellen Gründen geschlossen werden musste, wurde das Gebäude stark umgebaut. 1912 eröffnete der berühmte «Rote Löwen», ein Gasthof, der vor 65 Jahren schliesslich dem Ökonomiegebäude der Pflegi Muri weichen musste.

Alles leer

Bereits nagen die Bagger an der Substanz des Ökonomiegebäudes, das sowohl als Wohnraum diente, als auch verschiedene Dienstleistungsbereiche der Pflegi beherbergte, ebenso die Spitex Muri und Umgebung oder die Kita Wichtelburg. Bereits vor einigen Monaten sagten die Kinder der Tagesstätte Wichtelburg dem Gebäude «tschüss», indem sie es kunterbunt bemalten und die Wände mit Abschiedsworten verzierten.

Nachfrage nach Einerzimmer

Anstelle des Ökonomiegebäudes realisiert die Pflegi Muri das Projekt «Löwen», um der heutigen Nachfrage nach Einerzimmer nachkommen zu können. Der Neubau wird Raum für 48 Einerzimmer und total 56 Betten bieten. Damit werden keine zusätzlichen Betten geschaffen, sondern heutige Bedürfnisse abgedeckt.

Ein letztes Mal im Ökonomiegebäude

Happy Hour für alle Interessierten: Auf Donnerstag, 30. Juni, sind alle, die das Ökonomiegebäude der Pflegi Muri ein letztes Mal hautnah erleben möchten, zum Abbruch- und Aufbruchfest eingeladen.

Ab 16 Uhr startet rund um das Gebäude das Kinderprogramm, ab 17.30 Uhr wird die «Happy Hour» mit Gratis-Grilladen, Brot und Getränken eröffnet, umrahmt von lüpfiger Musik der «Örgeli-Chutze Freiamt».

Führungen durchs Provisorium der Textilen Dienste der Pflegi Muri stehen um 17 und 19 Uhr auf dem Programm; die Ansprache von Franz Hold, Präsident des Vereins Pflegi Muri, ist für 18 Uhr. vorgesehen


Bis Frühjahr 2018 wird im Klosterbezirk die nächste Löwen-Generation gebaut: Ein Zuhause mit rund fünfzig Einzelzimmern für Menschen, die auf Pflege und Betreuung angewiesen sind.

Auf www.pflegimuri.ch lässt sich der Neubau-Löwen via Webcam verfolgen, ab Spätsommer 2016 wird man sich zudem im speziellen Baustellen-Horst der Pflegi Muri über den Projektverlauf informieren können.

Mit dem Neubau geht eine Aufwertung der ganzen Infrastruktur der Pflegi Muri einher. So wird die Heizungsanlage erneuert und die Grosswäscherei, ein Dienstleistungsbetrieb für zahlreiche Kunden aus der Region, in den Neubau integriert. Ein unterirdischer Gang wird das Haus Löwen mit dem Hauptgebäude verbinden.

Sanierung wäre teuer und nicht bedürfnisgerecht

Die Baukostenschätzung für das Projekt Löwen des Büros Rolf Meier und Martin Leder Architekten AG, Baden, beläuft sich auf 27,5 Mio. Franken, wobei in diesem Betrag Leistungen enthalten sind, die dem Gesamtbetrieb dienen – etwa die neue Wäscherei oder Verbesserungen bei der Heizanlage. Eine Sanierung des bestehenden Ökonomiegebäudes war geprüft worden. Allerdings wäre ein entsprechendes Unterfangen weder kostengünstig noch bedürfnisgerecht ausgefallen.

Bis in zwei Jahren soll der «Löwen» fertig erstellt sein. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird die Spitex von ihrem vorübergehenden Stützpunkt am Wiliweg zurück in die Pflegi ziehen. (CF/ES)