Auw

Aargauerin verblüfft in SRF-Kochsendung mit ihren Ravioli – denn sie sind vegetarisch

Die Auwerin Eveline Villiger (hier mit Hund Yuma) arbeitet auf ihrem Biohof.

Die Auwerin Eveline Villiger (hier mit Hund Yuma) arbeitet auf ihrem Biohof.

Eveline Villiger aus Auw kochte gestern für die «Landfrauenküche» auf SRF ein vegetarisches Gericht – ein Novum in der Serie.

Wer die «Landfrauenküche» am Freitagabend regelmässig schaut, der kennt die Szene: Die Teilnehmerinnen sitzen einträchtig in einem Oldtimer-Postauto und rätseln, was ihnen an diesem Abend wohl aufgetischt wird. «Es könnte einen Rollbraten oder ein Schinkli geben», so und ähnlich wird gemunkelt.

Das Rätselraten war für die sechs Bäuerinnen aus allen Teilen der Deutschschweiz auf der Fahrt nach Auw einiges schwieriger. Denn ihre Mitbewerberin aus dem Oberfreiamt kochte vegetarisch. Für einige war das sogar eine echte Herausforderung.

Seit der Jugendzeit isst sie kein Fleisch mehr

«Man merkt, dass die Mehrheit ihre Menus rund ums Fleisch planen», stellt Villiger fest. Dass alle eine fleischlose Alternative kochten, das freut die 44-Jährige. «Ich hätte mich auch mit Beilagen zufriedengegeben, das wäre kein Problem gewesen», sagt sie. Den Entschluss, kein Fleisch zu essen, habe sie als Jugendliche getroffen. «Für mich und meine Familie ist das normal und im Alltag kein Thema.»

Das Mitmachen bei der «Landfrauenküche» stand nicht auf Eveline Villigers Plan. «Das hätte ich mir nicht zugetraut», gesteht sie lachend ein. Und nicht minder erstaunt war sie, als sich die Leute vom Fernsehen bei ihr meldeten. «Mein Mann René hat mich angemeldet», erzählt die Mutter dreier Teenager. Dass sie für die Teilnahme am Kochwettbewerb zugesagt habe, sei ein ganz spontaner Entscheid gewesen. Und ein Entscheid, den sie nicht bereut, «das war ein einmaliges Erlebnis», blickt sie zurück.

Dreierlei Ravioli, gefüllt mit Gemüse aus dem eigenen Garten, und voraus ein Kürbiscarpaccio mit einem Nussbrötli standen unter anderem auf Villigers Menu. Die gelernte Gärtnerin holte sich mit einem Freund der Familie eine versierte Küchenhilfe ins Team. Das Duo kam beim Kochen gehörig ins Schwitzen. Denn nebst dem Elektroherd feuerten sie auch noch den Holzherd ein, um genügend Herdplatten für den Hauptgang zur Verfügung zu haben. «Es hat sich gelohnt», stellt sie fest. Und das unabhängig von der Platzierung. Das Konzept der Sendung sieht vor, dass sich die Landfrauen gegenseitig besuchen und dabei verkosten, was die Gastgeberin auf die Tische zaubert. Am Ende des Abends verteilen sie Punkte. Die Siegerin wird in der Finalsendung am 13. November bekannt.

«Unsere Rollenverteilung ist anders als gewohnt»

Als Frau, die nicht gern im Mittelpunkt stehe, habe die Teilnahme viel Überwindung gekostet. Doch das Fernsehteam habe ihr den Einstieg erleichtert und am Ende der Woche habe sie alle in ihr Herz geschlossen. Die TV-Leute begleiteten die Landfrau auch im Alltag. Und der ist abwechslungsreich. Sie ist für sechs Pensionspferde, zehn Hektaren Land, zehn Rinder und diverse Kleintiere verantwortlich. «Unsere Rollenverteilung ist etwas anders als gewohnt», erklärt sie den Umstand, dass sie für alle Arbeiten rund um den Biohof zuständig ist und ihr Mann bei der Post arbeitet.

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