Zecken haben keine natürlichen Feinde? Falsch. Denn der natürliche Feind der Zecken hat einen Namen: Thomas Hufschmid. Der 30-jährige Zufiker arbeitet am Institut für Umwelt und natürliche Ressourcen an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) Wädenswil und hat eine Falle zur biologischen Zeckenbekämpfung entwickelt. «Wir haben bereits Interessenten aus dem In- und Ausland», gab er gestern telefonisch Auskunft.

Preisträger Thomas Hufschmid (rechts) und Jurymitglied Rolf Schmidinger

Preisträger Thomas Hufschmid (rechts) und Jurymitglied Rolf Schmidinger

Doch nicht nur diesen Anfragen ist anzumerken, dass die Falle wirtschaftliches Potenzial hat, sondern auch den 10 000 Franken, die Hufschmid und sein Team als Spezialpreis der Suva erhalten haben. Dieser war eine von vier Auszeichnungen, die von der Social Entrepreneurship Foundation (SEF) vergeben wurden. Die Fachjury honorierte die Zeckenfalle als «echte Innovation». Insgesamt waren 56 Business-Ideen eingereicht worden.

Mittel kommen aus dem Wald

Doch wie funktioniert die Zeckenfalle? «Sie soll Zecken mit Lockstoffen anziehen und mittels pathogener Pilze abtöten», fasst Hufschmid zusammen. Seit vier Jahren wird an der ZHAW bereits an einem Mittel gegen Zecken geforscht. «Förster haben uns geholfen, Zecken einzufangen, an denen wir die Lockstoffe und Pilze testen», beschreibt er.

«Bei den Pilzen sind wir schon sehr weit. Die Sporen haben wir ebenfalls im Wald gesammelt. Wir sind gerade dabei, die Wirkung zu optimieren.» Bei den Lockstoffen ist das Team noch nicht ganz so weit, dort müssen noch viele getestet und optimiert werden. Doch die Forschung, die von Bund, Gemeinden, Stiftungen und der ZHAW finanziert wird, läuft schliesslich auch noch drei Jahre.

Von Privathaushalten bis Wäldern

Um die Zeckenpopulation zu reduzieren, soll die Falle gezielt in öffentlichen Anlagen in Wäldern, aber auch in Privatgärten eingesetzt werden. Die einfache Konstruktion sei effizient, nachhaltig, ökologisch und ökonomisch, heisst es in einer Mitteilung der ZHAW.

Durch Zeckenbisse werden jährlich schweizweit rund 10 000 Personen mit FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) oder Lyme Borreliose infiziert. Mit einer gezielten und nachhaltigen Bekämpfung der Zecken in viel frequentierten Gebieten könne dieser Entwicklung Einhalt geboten werden, schreibt die ZHAW.