Sie sorgten 2014 für die grosse Überraschung aus Schweizer Sicht: Die Boswiler Sängerin Cordula Stucki und ihr Schwager Mario Baur aus Seengen hatten sich praktisch aus dem Stand für den prestigeträchtigen Alpen Grand Prix in Meran qualifiziert und sich dort mit einem 4. Platz gegen die starke Konkurrenz gut behauptet. Erst im Jahr zuvor hatte das Duo erstmals zusammen ein paar Lieder gesungen, einstudiert als Geschenk für ein Geburtstagsfest im Familienkreis. Das Publikum war begeistert und animierte die beiden zum Weitermachen: «Man war der Meinung, dass wir als Gesangsduo durchaus auf grösseren Bühnen bestehen könnten», blickt Cordula zurück.

Für sie war es Neuland. Cordula hatte bislang im Kirchenchor gesungen und privat dann und wann mit ihrem Schwager zusammen ein paar volkstümliche Schlager geträllert. Mario hingegen verfügte als Unterhaltungsmusiker über langjährige Erfahrung. Bereits mit 13 Jahren spielte der mittlerweile 62-jährige gebürtige Reinacher in der in den 60er-Jahren sehr bekannten Ländlerkapelle Marinella seines Vaters Klarinette, später stand er als Sänger, Gitarrist und Saxofonist mit verschiedenen Top- Bands auf der Bühne, unter anderem mit der legendären Seetaler Tanzmusik-Band Die Schatten. 2012 hatte er sich mit seinem damaligen Musikpartner erstmals für den Alpen Grand Prix qualifizieren können und im Final den 2. Platz erreicht.

Cordula und Mario mit ihrem Song "Ne Stunde Zeit für Dich"

Cordula und Mario mit ihrem Song "Ne Stunde Zeit für Dich"

15 Songs sind auf der ersten CD "Ne Stunde Zeit für dich" zu hören, welche das Duo 2015 eingespielt hat.

Wenn schon, denn schon

«Wenn schon, denn schon», sagten sich Cordula und Mario und gaben beim Musiker und Komponisten Ueli Bodenmann drei Titel in Auftrag.

Diese wurden in einem Studio eingespielt. Cordula kam auf die Welt: «Weil dem Tonmeister meine zweite Stimme nicht passte, musste ich in kürzester Zeit eine neue lernen». Das Ergebnis überzeugte auch die Jury vom Alpen Grand Prix, bei dem das Duo das Stück «Ein Glas Chianti, gute Freunde und Amore» eingereicht hatte. «Wir haben uns keine allzu grossen Hoffnungen gemacht», erzählen sie. Umso überraschter seien sie gewesen, als nach ein paar Wochen die Nachricht kam: «Ihr habt euch für das Finale in Meran qualifiziert.»

Cordula und Mario haben sich als Newcomer rasch in der Schweizer Volksmusik-Szene etabliert und werden regelmässig für öffentliche und private Anlässe im In- und Ausland engagiert. Daneben gab es auch diverse Auftritte in TV-Sendungen sowie weitere Erfolge an Wettbewerben. Unter anderem im Herbst 2015 einen 4. Platz am internationalen Schlagerwettbewerb «Stauferkrone» in Göppingen.

Erfolg macht süchtig und so nahm das Duo einen neuen Anlauf für den Alpen Grand Prix. Der bekannte Musikproduzent Benno Stadelmann komponierte vier neue Melodien, Guido Morsblech schrieb den Text dazu, Cordula und Mario sangen und holten mit «Liebe ist wie der Wind», einem der vier neuen Lieder, die höchste Punktzahl an der Schweizer Vorausscheidung zum Alpen Grand Prix vom 25. Juni in Reichenbach.

Ein Song mit Potenzial

Am 14. Oktober steigt das Finale in Meran. Was erwarten Cordula und Mario nach ihrer zweiten Qualifikation für diesen bedeutenden Wettbewerb? «Die Konkurrenz wird auch dieses Jahr gross sein und das Niveau hoch. Unser Song hat Potenzial und deshalb träumen wir sicher davon, im Herbst in Meran noch besser abzuschneiden als 2014. Doch am Schluss zählt das Erlebnis. Es ist unbeschreiblich toll, auf dieser grossen Bühne im Kursaal von Meran zu stehen und vor so viel Publikum zu singen. Allein dafür lohnt sich der grosse Aufwand schon», erklären die beiden.

Wie schon vor zwei Jahren hoffen Cordula und Mario auch dieses Jahr auf Unterstützung von möglichst vielen Fans. Geplant ist, erneut eine gemeinsame Busfahrt nach Meran zu organisieren.