Waltenschwil
Aargauer Recycler arbeitet sich seit 60 Jahren durch Altmaterial-Berge

Seit 60 Jahren befasst sich die Wiederkehr Recycling AG in Waltenschwil mit der Rückgewinnung von Altmetallen und Kunststoffen.

Walter Christen
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Das Autowrack wird auf einen Haufen Metallschrott gehievt: Szene auf dem Areal der Wiederkehr Recycling AG in Waltenschwil.

Das Autowrack wird auf einen Haufen Metallschrott gehievt: Szene auf dem Areal der Wiederkehr Recycling AG in Waltenschwil.

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Die mächtige Kralle des Greifkrans packt das Autowrack, hebt es an und setzt es auf einem riesigen Berg von Altmetall ab. Ort des Geschehens ist das rund 52'000 Quadratmeter grosse Firmengelände der Wiederkehr Recycling AG in Waltenschwil, wo das Altmaterial in einem ausgeklügelten Verfahren möglichst sortenrein getrennt und der Wiederverwertung in der Industrie zugeführt wird – getreu der Unternehmensphilosophie für die Wiederkehr der Rohstoffe.

Der Freiämter Recycler ist Marktführer in der Schweiz

Redet man von Recycling, kommt man heutzutage in der Schweiz um den Namen Wiederkehr nicht mehr herum. Als eine feste Grösse in der Rückgewinnung von wiederverwertbaren Metallen und Kunststoffen arbeitet sich das Unternehmen seit nunmehr 60 Jahren durch den Altmaterialdschungel. «Wir arbeiten mit grossem Erfolg auf technologisch höchstem Niveau und sind Marktführer in der Schweiz», betonte Inhaber Peter Wiederkehr, Präsident und Delegierter des Verwaltungsrats, an einer Information im Vorfeld des Tags der offenen Tür, an dem sich Geschäftspartner, Vertreter aus Wirtschaft und Politik sowie die Bevölkerung in grosser Zahl beteiligten.

Dabei hat alles klein begonnen. Mit einer Vision und einer einfachen Werkstatt auf einem Schrottplatz in Wohlen: 1959 gründet Xaver Wiederkehr, der Vater des heutigen Inhabers, das Unternehmen und begann zunächst mit der Verwertung von ausgedienten Autos und dem Handel mit Alteisen. Die Idee, so viel wie möglich zu rezyklieren, funktionierte und entwickelte sich gut. Schon bald reichte der Platz für den Schrott nicht mehr aus, weshalb 1963 das neue Firmenareal in Waltenschwil bezogen wurde, wo sich noch heute der Hauptsitz der Wiederkehr Recycling AG befindet. Dort ermöglichen die zentrale Lage und der Anschluss an das Schienennetz der SBB auch grosse Anlieferungen von Industrieabfällen.

Mit steigender Entsorgungsmenge wuchs der Bedarf an zukunftsweisenden Technologien. Die erste Schrottpresse konnte in den 1960er-Jahren in Betrieb genommen werden. Es folgten weitere technologische Entwicklungen, wie die erste Schredderanlage der Schweiz, welche pro Stunde 80 Tonnen Material verarbeiten kann. Es folgten die Konstruktion einer Schrottschere (Verarbeitungsmöglichkeit: 35 Tonnen/Stunde) sowie die Entwicklung der ersten Schwimm-Sink-Anlage. Letztere dient zur Trennung zweier miteinander verbundener Materialien in einem Flüssigkeitsbad. Ein Stoff sinkt aufgrund seiner höheren Dichte, während der andere wegen seiner geringeren Dichte an der Oberfläche schwimmt.

Im In- und Ausland total 170 Mitarbeitende

Mit gestiegenem Wohlstand nahm die Produktion von Konsumgütern zu und damit der Bedarf an umweltgerechter Entsorgung. Wiederkehr übernahm im Kanton St. Gallen eine Firma und hat in Deutschland zwei weitere Standorte. Das Unternehmen wuchs bis heute auf insgesamt 170 Mitarbeitende an.

Nach Angaben von Peter Wiederkehr wird im Unternehmen stetig an der Entwicklung neuer und innovativer Technologien gearbeitet: Reststoffverwertung lautet das Stichwort und damit die hundertprozentige Wiederkehr der Rohstoffe.