Hochspannungsleitung
Aargauer Planungsgebiet für 380-kV-Leitung wird ausgeweitet

Die Hochspannungsleitung von Niederwil AG nach Obfelden ZH soll ersetzt und auf eine Leitung von 380 Kilovolt (kV) ausgebaut werden. Der Bund und der Kanton wollen das Planungsgebiet um das Bünztal südlich Waltenschwil erweitern.

Toni Widmer
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Die Hochspannungsleitung von Niederwil AG nach Obfelden ZH soll ersetzt und auf eine Leitung von 380 Kilovolt (kV) ausgebaut werden.

Die Hochspannungsleitung von Niederwil AG nach Obfelden ZH soll ersetzt und auf eine Leitung von 380 Kilovolt (kV) ausgebaut werden.

Keystone

Swissgrid will die bestehende Starkstromleitung zwischen dem Niederwil und Ottenbach von 220 auf 380 Kilovolt erweitern. Die ersten, 2006 noch von der NOK (Nordostschweizerische Kraftwerke AG) präsentierten Pläne, stiessen im Reusstal auf starke Opposition. Deshalb entschied sich Swissgrid 2012 dafür, das ganze Verfahren neu aufzugleisen.

Das Bundesamt für Energie setzte dazu eine aus Vertreterinnen und Vertretern von Behörden und Umweltverbänden zusammengesetzte Begleitkommission ein. Sie erhielt den Auftrag, im neuen Sachplanverfahren mit Kantonen, Behörden, Verbänden und Interessengruppen nach einem gangbaren Weg für das Projekt zu suchen.

Links der im Januar präsentierte Planungskorridor (gelb und orange), rechts die ins Bünztal ausgeweitete Variante (blau)

Links der im Januar präsentierte Planungskorridor (gelb und orange), rechts die ins Bünztal ausgeweitete Variante (blau)

ho

Im Januar 2015 wurden die ersten Ergebnisse präsentiert. Vorgeschlagen wurde die Festsetzung eines Planungskorridors, entlang der Reuss, der grossräumig in etwa dem Verlauf der bisherigen Hochspannungsleitung entspricht. Die entsprechenden Anpassungen des Sachplans und des Richtplans wurden vom 26. Januar bis am 24. April 2015 öffentlich aufgelegt.

Vernehmlassung in den Gemeinden

Dazu gab es zahlreiche Eingaben. Deren Auswertung haben das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) und das Bundesamt für Energie (BFE) zu einer Ausweitung des Planungskorridors veranlasst.

Man trete damit auf ein mehrfach vorgebrachtes Begehren ein und beziehe den Raum Bünztal südlich von Walten- schwil in das Planungsgebiet ein, teilt das BVU mit. Damit werde die Evaluation zusätzlicher Korridorvarianten ermöglicht, einschliesslich der Vorschläge aus der Region selbst.

Vor dem Grossen Rat, der das Planungsgebiet im Richtplan festsetzt, seien noch einmal die Gemeinden gefragt, schreibt das BVU weiter. Mit der Erweiterung des Planungsgebiets werden neun zusätzliche Gemeindegebiete – Auw, Beinwil, Boswil, Büttikon, Geltwil, Kallern, Merenschwand, Mühlau, Muri – durch den Planungsperimeter tangiert.

Aus diesem Grund habe das BVU alle vom Planungsgebiet berührten Gemeinden eingeladen, zum neuen Perimeter Stellung zu nehmen. Die Stellungnahmen der Gemeinden würden danach dem Grossen Rat zur Kenntnis gebracht, der voraussichtlich im Herbst 2015 über die Anpassung des Richtplans befinden werde.

Engpass soll behoben werden

Die rund 17 Kilometer lange 220-Kilovolt-Leitung zwischen Niederwil und Obfelden ist ein Flaschenhals im schweizerischen und europäischen Übertragungsnetz. Mit der Verstärkung auf 380 Kilovolt soll laut Swissgrid die regionale und internationale Versorgungssicherheit erhöht werden.

Dabei kommt ein zweistufiges Verfahren zur Anwendung: In einem ersten Schritt wird ein Planungsgebiet im Sachplan Übertragungsleitungen des Bundes und im Richtplan des Kantons festgelegt. In einem zweiten Schritt werden innerhalb dieses Planungsgebiets verschiedene Korridorvarianten für den Leitungsverlauf geprüft.