Sie ist das genaue Gegenteil von Restaurant-Tester Daniel Bumann: Während der Walliser die Beizer in seiner Sendung ohne Rücksicht auf Gefühle kritisiert, kümmert sich Corinne Dobler um das Seelenheil von Aargauer Wirten. Die 40-jährige Pfarrerin aus Bremgarten arbeitet seit vier Jahren als Gastro-Seelsorgerin.

Der Regionalsender Tele M1 hat Dobler bei ihrer Arbeit begleitet. In Berikon im Restaurant Stalden traf sie sich mit Wirt Heiner Kuster. Sein Vorgänger verstarb vor einem Monat. Dobler hielt die Abdankungsfeier und begleitete die Familie in der Trauerzeit. Sie hatte aber auch ein offenes Ohr für eine ehemalige Lehrtochter, die unerwartet schwanger wurde.

"Ich will die Wirte ermuntern, für sie da sein und ihnen helfen, weiterhin Kraft zu finden für das, was sie tun", sagt Dobler. Ausserdem sei ihr Engagement als Dank an die Gastronomen zu verstehen, als Dank für ihren Einsatz für die Gesellschaft.

Oft geht Dobler die Beizer spontan besuchen. Um herauszufinden, ob sich irgendwo Probleme verstecken. Mit vielen Beizern ist sie mittlerweile befreundet. Mit "Huserhof"-Wirt Markus Werder diskutiert sie über Gott und die Welt – und spricht zum Schluss den Segen: "Mögen dir liebevolle Menschen bei deiner Arbeit zur Seite stehen und dich hilfreich unterstützen." (mwa)

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