Benzenschwil
Aargauer Bauern gegen den Durchgangsplatz für Fahrende

Der Aargauer Bauernverband zweifelt die Bewilligungsfähigkeit des Durchgangsplatzes für Fahrende an. Der geplante Standort widerspreche dem Raumplanungsgesetz.

Eddy Schambron
Drucken
Teilen
Auch der Aargauer Bauernverband will, dass die Fahrenden im Freiamt weiterfahren. ES/Archiv

Auch der Aargauer Bauernverband will, dass die Fahrenden im Freiamt weiterfahren. ES/Archiv

Der Bauernverband Aargau ist klar gegen die Richtplananpassung für den Durchgangsplatz für Fahrende in Benzenschwil. Diese sei nicht kompatibel mit dem Raumplanungsgesetz, heisst es in einer Stellungnahme.

Der Bauernverband Aargau respektiere grundsätzlich die Schweizer Fahrenden und deren Lebensweise. «Es gilt aber trotzdem festzuhalten, dass sich alle Fahrenden freiwillig für diese Lebensweise entschieden haben. Es ist deshalb fraglich, ob extra ein Richtplankapitel geschaffen werden muss, welches die Lebensweise der Fahrenden regelt und dafür Spezialzonen vorsieht, wo Infrastruktur bereitgestellt werden muss.»

Der geplante Standort widerspreche dem Raumplanungsgesetz. Die Bauten seien weder zonenkonform noch bewilligungsfähig. Spezialzonen seien nur direkt angrenzend an Bau- oder Industriezonen möglich. «Es darf nicht sein, dass der Kanton hier eine Ausnahme erteilt», findet der Verband. Von der Landwirtschaft werde jeweils verlangt, dass man in solchen Fällen einen Landabtausch vornimmt. Es solle gleiches Recht für alle gelten. «Wenn auf der einen Seite der Kanton aktiv für Fahrende Stand- und Durchgangsplätze sucht und dazu Spezialzonen ausscheiden will und auf der anderen Seite Spezialzonen für Bauern aktiv verhindert, ist das schon sehr fragwürdig.»

Am 3. März wird über die Teilrevision zum neuen Raumplanungsgesetz abgestimmt. In der Vorlage sei festgehalten, dass man vermehrt Rücksicht auf das Kulturland und insbesondere auf Fruchtfolgeflächen nehmen müsse. «Aus diesem Grund ist nicht nachvollziehbar, dass ausgerechnet der Kanton bestes Kulturland einkiesen will, um für einige Wochen im Jahr einer Minderheit, die ihr Leben selbst so gewählt hat, einen schönen Standort mit Infrastruktur zu ermöglichen.» Der Bauernverband Aargau schlägt dem Kanton vor, brachliegende bestehende Industriegelände vorübergehend zu nutzen. So müsse kein neues Kulturland überbaut werden. Industriebrachen lägen zumeist an unproblematischen Örtlichkeiten, wo mit keinen Konflikten zu rechnen sei.

Im Weiteren beantragt der Bauernverband, den Standort Freiamt aus dem Richtplan zu streichen.

Aktuelle Nachrichten