Die geplante Überbauung im Zufiker Ortsteil Hammergut Stiegelen kommt an schönster Hanglage mit freier Weitsicht auf rund 430 Metern über Meer zu stehen. Auf ihrem Land unterhalb der Mutschellenstrasse realisiert die Totalunternehmung Jego AG aus Hünenberg als Bauherrin 64 Wohnungen in acht Mehrfamilienhäusern. Mit der Projektierung wurde die Wiederkehr Krummenacher Architekten AG in Zug beauftragt. Der voraussichtliche Verkaufsstart der Wohnungen ist für den Frühling 2020 vorgesehen. Bis in rund drei Jahren sollen alle Häuser bewohnt sein, wie zu erfahren war.

Vom 29. April bis zum 28. Mai lag das Baugesuch in der Gemeindeverwaltung Zufikon zur öffentlichen Einsicht auf. «Gegen das Bauvorhaben wurde eine einzige Einwendung erhoben. Bauherrschaft und Einwender stehen jedoch bereits im gegenseitigen Kontakt und werden sich gütlich einigen», sagt Rolf Hüsser, Leiter der Abteilung Bau und Technik der Gemeinde.

Rückbau der Tankstelle

Damit die fünf Parzellen der Jego AG in der Wohnzone W3 bebaut werden können, müssen vorgängig vier Gebäude rückgebaut werden, wie den Baugesuchsunterlagen entnommen werden konnte. Unter anderen auch das Pneuhaus mit Tankstelle, Garagenbetrieb und Wohnhaus aus den 1960er-Jahren an der Mutschellenstrasse. Zudem sind öffentliche Werkleitungen zu verlegen und es wird eine Transformatorensta tion gebaut. Es ist vorgesehen, den eingedolten Stiegelenbach zu renaturieren und einen Fussweg entlang des offengelegten Bachverlaufs anzulegen.

Aus den Plänen ging hervor, dass an der Mutschellenstrasse die quer angelegten Liegenschaften A bis D zu stehen kommen, darunter die Häuserzeile E bis H. Die total 64 Wohnungen in den beiden Häuserzeilen der Überbauung weisen die Grössen 2 (2½) bis 5 (5½) Zimmer auf, wobei von den Wohnungen mit 4 (4½) Zimmern zahlenmässig mit 30 am meisten geplant sind.

Die künftigen Bewohner der Überbauung können ihre Autos in einer gemeinsamen Tiefgarage parkieren: 113 Plätze werden zur Verfügung stehen, zusätzlich 6 Besucherparkplätze. Zehn weitere Abstellmöglichkeiten für Besucherautos gibt es im Freien. Für Motorräder sind 12 Parkplätze vorgesehen. Weitere Angaben aus dem Baugesuch zeigen 12'140 Quadratmeter Grundstückfläche, 9910 Quadratmeter totale Bruttogeschossfläche, insgesamt rund 47'620 Kubikmeter Rauminhalt und eine Ausnützungsziffer von 0,6. Die Baukosten schlagen mit 35 Millionen Franken zu Buche.

Beim Heizsystem, welches voraussichtlich eingebaut wird, handelt es sich um Wärmepumpen. Für jedes der acht Häuser ist eine separate Heizzentrale vorgesehen. Für jede Wärmepumpe sind vier Erdsonden nötig, die etwa 210 Meter tief ins Erdreich ragen werden. Die Wärmepumpen dienen für die Raumheizung und das Warmwasser, das heisst, die Wasseraufbereitung erfolgt mittels Zentralboiler im Untergeschoss. Den Wohnungen wird die Raumwärme über die Fussbodenheizung zugeführt. In den Attikawohnungen gibt es als Option Cheminées.

Hochwassergefahr ist gering 

Was die Hochwassersituation anbelangt, wird die Gefährdung der künftigen Überbauung durch Oberflächenabfluss vonseiten des Ingenieurbüros als nicht sehr hoch eingestuft. An der nördlichen Grundstücksgrenze ist eine steil abfallende Böschung vom Alten Züriweg in Richtung der Häuser mit einer Neigung von teilweise über 50 Prozent vorgesehen. Mit der geplanten Terrainveränderung werde die Fliessrichtung verstärkt und es könnte lokal anfallendes Oberflächenwasser über das bebaute Grundstück fliessen, steht im Bericht des Ingenieurbüros, das deshalb entsprechende Massnahmen zur Böschungssicherung empfiehlt.

Aus dem ausgearbeiteten Lärmgutachten geht hervor, dass das Areal für die Überbauung durch den Geräuschpegel von der Mutschellenstrasse her belastet ist, und zwar mit 11'800 Fahrzeugen täglich. In den strassenseitig angeordneten Gebäuden A bis D sind alle lärmempfindlichen Räume deshalb auf der lärmabgewandten Seite angeordnet. In der Strassenfassade und in den Seitenfassaden sind keine offenen Fenster zu lärmempfindlichen Räumen vorgesehen. Die vier Häuser der unteren Zeile (E bis H) sind weniger lärmbelastet, durch die grössere Distanz zur Mutschellenstrasse und durch die Hinderniswirkung der vier strassenseitigen Gebäude, die nach unten wie ein Riegel wirken. Zusammenfassend zeigen die Berechnungen des Ingenieurbüros, dass einer Baubewilligung für die Überbauung aus lärmrechtlicher Sicht nichts entgegensteht, wie es im Lärmgutachten heisst.