Entwicklungshilfe
600 Jugendliche machen Party – über 40000 Franken gehen an guten Zweck

Wohler Kantonsschüler haben mit diversen Anlässen nicht nur über 40000 Franken für mehrere Brunnen in Kamerun gesammelt, sondern auch Erfahrungen als Projektmanager. Den Abschluss bildete nun eine Benefizparty.

Patrick Züst
Merken
Drucken
Teilen
Mit viel Einsatz haben 25 Schülerinnen und Schüler der Kanti Wohlen Geld für Brunnen in Kamerun gesammelt.

Mit viel Einsatz haben 25 Schülerinnen und Schüler der Kanti Wohlen Geld für Brunnen in Kamerun gesammelt.

Patrick Züst

Benefizveranstaltungen gibt es im Freiamt regelmässig. Was sich am vergangenen Samstag in Wohlen ereignete, war aber mehr als aussergewöhnlich. Im Casino feierten über 600 Jugendliche eine ausgelassene Party und das bis in die frühen Morgenstunden. Die meisten von ihnen tanzten jedoch ohne zu wissen, dass es den Organisatoren dabei eigentlich um den guten Zweck ging.

«Jugendliche interessieren sich meistens nicht wirklich für Entwicklungshilfe – Wohltätigkeit ist nicht cool. Deshalb haben wir bei der Planung des Events den guten Zweck eher in den Hintergrund gestellt und versucht, die Leute vor allem durch ein tolles Konzept ins Casino zu locken», sagt Organisatorin Eva Jäger.

Die 19-Jährige hat sich zusammen mit 24 weiteren Schülern der Kantonsschule Wohlen für den diesjährigen Projektunterrichtskurs Entwicklungshilfe angemeldet. Zusammen wollten sie sich gegen die lethargische Mentalität ihrer Generation zur Wehr setzen und Geld für die Wohltätigkeitsorganisation IPA sammeln. Diese will das gespendete Geld für den Bau von Trinkwasserbrunnen in Mbozo einsetzen.

Über 40 000 Franken für Kamerun

Während den letzten neun Monaten hat sich die Projektgruppe der Kanti Wohlen intensiv mit Entwicklungshilfe und Möglichkeiten, an Spendengelder heranzukommen, auseinandergesetzt. Die Benefizparty unter dem Motto «Hands up for Water» stellte nicht nur die Krönung, sondern gleichzeitig auch den Abschluss des Wohltätigkeitsprojekts dar. Mit einem Sponsorenlauf, einem Rosenverkauf und diversen Standaktionen konnte man bereits im Vorfeld eine beträchtliche Summe an Spendengeldern erwirtschaften.

«Wir rechnen derzeit mit einem Schlusstotal zwischen 40 000 und 60 000 Franken – für eine Schulklasse ist das enorm viel», sagt Projektleiter Pietro Tomasini. Er ist Geschäftsleiter der Schweizer Organisation für Entwicklungszusammenarbeit IPA und führte dieses Jahr bereits zum fünften Mal den Projektunterricht Entwicklungshilfe an der Kantonsschule Wohlen durch.

Viel Engagement der Teilnehmer

«Im Vordergrund stand für mich nicht der finanzielle Ertrag, sondern, dass die Schüler Erfahrungen als Projektmanager sammeln können», sagt Tomasini. Er sei davon beeindruckt gewesen, mit wie viel Engagement und Motivation am Projekt mitgearbeitet wurde: «So eine tolle Zusammenarbeit zwischen Lehrer- und Schülerschaft ist überhaupt nicht selbstverständlich. Ich bin wirklich dankbar für die tolle Zeit und mehr als zufrieden mit dem Resultat.»

Auch bei den Schülern selbst kam das Projekt sehr gut an: «Es war toll zu sehen, wie viel Gutes man tun kann, wenn man sich wirklich für etwas einsetzt», sagt Eva Jäger. Der Aufwand sei zwar sehr gross gewesen, aber es habe sich auf jeden Fall gelohnt. «Etwas schade ist natürlich, dass viele nur an die Schlussveranstaltung gekommen sind, weil sie eine tolle Party feiern wollten und nicht, weil sie Menschen in Not unterstützen wollten. Aber schlussendlich spielt das auch nicht so eine Rolle, denn wenn in Wohlen der Alkohol fliesst, fliesst auch bald das Wasser in Kamerun!»