Wohlen

50 Jahre Zentrum Bifang: «Det ussedra chönts au für öis es Plätzli ha»

Damals: Der erste Bifang-Vereinspräsident Manfred Bruggisser und Ehefrau Sophie bei einer Feier.

Damals: Der erste Bifang-Vereinspräsident Manfred Bruggisser und Ehefrau Sophie bei einer Feier.

Am 6. Juli vor 50 Jahren wurde der Trägerverein des Wohn- und Pflegezentrums Bifang gegründet.

Grosse Aufbruchsstimmung vor 50 Jahren in Wohlen: Nach dem Pfarreizentrum Chappelehof mit den Alterswohnungen und Pfarreiräumen (1967 eingeweiht) schlug die Stunde für das Altersheim im Bifang, das 1968 bezogen und 1969 eingeweiht werden konnte. Der Bifang-Trägerverein wurde am 6. Juli 1964 gegründet.

Gemeinderat erkannte Notlage

Der Mann der ersten Stunde im Bifang war der Strohgeflechtfabrikant Manfred T. Bruggisser (1907–1970), von 1964 bis 1970 erster Präsident des Trägervereins. Vorerst wurde der Gemeinderat aktiv. Für das Sozialamt war es immer schwieriger geworden, pflegebedürftige alte Menschen in den bestehenden Pflegeheimen Muri und Gnadenthal unterzubringen.

Deshalb müsse die Gemeinde, so stellte der Gemeinderat an einer öffentlichen Versammlung fest, ein eigenes Altersheim planen und erstellen. Den Auftrag erhielt 1963 ein aus den politischen Parteien zusammengesetztes Komitee, das noch aus lauter Männern bestand.

Gut beraten war der Heimvereinsvorstand, dass er 1964 auch die ersten Frauen aufnahm, nämlich Ida Matter und Trudy Kleiner, deren Ehemänner als Unternehmer tätig waren, und die Primarlehrerin Maria Strebel. Die Männer im ersten Vorstand waren: Manfred T. Bruggisser (Präsident), Paul Weisshaupt (Vizepräsident), Hans Zobrist (Kassier), Werner Dubler, alt Vizeammann Alfred Fischer, Hans Flori und Jean Meyer (beide im Gemeinderat aktiv), Ernst Misteli, der Bauunternehmer Otto Notter-Wiederkehr und der Kaufmann Eugen Schmid.

Manfred T. Bruggisser und seine Frau Sophie verhalfen dem Bifang mit grosszügigen Spenden zur notwendigen Schubkraft und wurden dafür an einer Feier geehrt. Der Wohler Schriftsteller und Bezirkslehrer Robert Stäger schrieb zu diesem Ehrentag einmal mehr ein Gedicht, das in die prophetischen Zeilen mündete: «Und simmer äinischt alt und chrank, so wüssid mers, deet ussedraa chönts au für öis es Plätzli haa». Das Portemonnaie öffnete auch der Baumeister Otto-Wiederkehr.

Seine Firma schenkte dem Bifang kurz vor Weihnachten 1964 das 5000 Quadratmeter grosse Baugrundstück. Damit nahm er den Initianten eine grosse Sorge ab. Zudem gingen die ersten Spenden ein, stolze 200 000 Franken.

Jugend hilft Alter

Unter dem Motto «Jugend hilft dem Alter» konnte Manfred T. Bruggisser mit dem betagten Bezirkslehrer Anton Ackermann und einer 17-jährigen Damenschneiderin-Lehrtochter am 14. Mai den Spatenstich ausführen. Das Aufrichtefest für das vom Wohler Architekturbüro Beriger geplante Heim fand ein Jahr später, am 12. Mai 1967, statt.

An einem strahlenden Tag, am 14. Juni 1969, wurde das Bifang eingeweiht, zusammen mit den 87 Mietern und Pensionären. Das Heim, später um ein Leichtpflegeheim erweitert und 2008 bis 2012 modernisiert, war von Anfang an voll belegt. 650 Sitzungen und sechs Jahre der Vorbereitung und Planung waren damit bereits Geschichte.

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