Bremgarten
50 Jahre Kellertheater: Zum grossen Jubiläum ertönen Hang und Xang

Einer der Höhepunkte in der neuen Spielzeit des Kellertheaters Bremgarten ist dessen 50-jähriges Bestehen. Gefeiert wird am 28. Januar 2017. Dabei tauchen Erinnerungen auf an das erste Gastspiel vom 28. Januar 1967, damals noch im Postkeller.

Walter Christen
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Die Gastspielgruppe des Kellertheaters Bremgarten sorgt in der Saison 2016/2017 für Abwechslung: Heidi Ehrensperger (Leiterin), Ilona Treptow, Reini Anliker (alle vorne), Andrea Zielinski und Marco Erni (hinten), es fehlt Ursula Bosshard. chr

Die Gastspielgruppe des Kellertheaters Bremgarten sorgt in der Saison 2016/2017 für Abwechslung: Heidi Ehrensperger (Leiterin), Ilona Treptow, Reini Anliker (alle vorne), Andrea Zielinski und Marco Erni (hinten), es fehlt Ursula Bosshard. chr

«Wir haben das Jubiläum zum Anlass genommen, etwas ganz Spezielles zu arrangieren», betonte Reini Anliker, in der Gastspielgruppe für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, bei der Präsentation des Programms: Bruno Bieri spielt und singt am Jubiläumsanlass Ausschnitte aus seinem Soloprogramm, und zwar im Trottenkeller. Das Faszinierende am Auftritt des Berners ist sein Musikinstrument, das Hang. Es besteht aus zwei miteinander verklebten Halbkugelsegmenten aus Pang, einem thermochemisch oberflächengehärteten Stahlblech. Es sind – salopp gesagt – zwei zusammengeklebte Röstipfannen.

Auf der oberen Halbschale befinden sich Klangfelder, die, ähnlich wie bei der Steelpan, ins Blech eingearbeitet sind. Bruno Bieri spielt das Hang mit den Fingern und Händen. Daher auch der Name: Hang ist im Berndeutschen die Hand. In der Trotte wird der Musiker singen, pfeifen, brummeln und erzählen. Wobei sein Hang mit seinem Xang (Bruno Bieris Wortschöpfung für Gesang) verschmelzen und die Zuhörenden zum Staunen bringen wird.

Betörendes Programm

Das Team der Gastspielgruppe des Kellertheaters Bremgarten hat für die 51. Spielzeit 2016/2017 eine ganze Reihe Künstlerinnen und Künstler aus der Kleinkunstszene engagiert. Es wurde für die Jubiläumssaison ein Programm zusammengestellt, das sich sozusagen gewaschen hat: aufregend, witzig, intelligent, betörend, hintergründig und bewegend – nur nie langweilig. «Es ist wirklich gut durchmischt und abwechslungsreich. Es wird nebst dem angesagten Programm noch weitere Aktionen und Attraktionen geben», stellte Heidi Ehrensperger, Leiterin der Gastspielgruppe, in Aussicht.

Neben dem Spezialisten auf seinem Hang gibt es auch sonst noch virtuos auftretende Künstlerinnen und Künstler, etwa Peter Spielbauer am 5. November mit «Alles Bürste». Dieser Worttänzer und Objekttäter, wie es in der Programmbeschreibung heisst, ist zur finalen Erkenntnis gelangt, alles sei eine Bürste. Mit grossem körperlichem Einsatz und dem exzessiven Gebrauch seiner spärlichen Requisiten – ein Tuch, ein Stab, ein Stein und da ist noch ein Irrtum – tritt der Philosokomiker auf die Bühne.

Und ja, gewiss. Auch in der 51. Spielzeit des Kellertheaters Bremgarten gibt es eine Eigeninszenierung. «In die Produktion sind insgesamt vier Autoren eingebunden, die den Text verfassen. Mit den Proben stehen wir am Anfang. Mehr kann zurzeit noch nicht gesagt werden», so Reini Anliker.

Den Auftakt zur neuen Spielzeit machen Knuth und Tucek, die ihre Aufführung jeweils an den betreffenden Gastspielort anpassen. So haben sich Nicole Knuth (Enkelin des unvergesslichen Schauspielers Gustav Knuth) und Olga Tucek für den Auftritt im Kellertheater Bremgarten gut vorbereitet, indem sie sich für die Vertiefung ihres Stoffes bei einer Historikerin Informationen geholt haben: «Hexe! Ein Ritt auf dem Zaunpfahl», heisst ihr satirisches Heimatfilmtheater mit Musik und Gesang. Die Stadt Bremgarten hat eine reiche Hexenvergangenheit und ist somit der ideale Ort für die Premiere von Knuths und Tuceks neuem Stück. Es sind zwei Vorstellungen im Programm: 9. und 10. September.

Vera Bauer unterhält das Theaterpublikum am 17. September mit Wort, Gesang und ihrem Violoncello: «Wilhelm Busch – Balduin Bählamm, der verhinderte Dichter». Es handelt sich um eine der schönsten Geschichten Wilhelm Buschs, die musikalisch arrangiert zum Klingen gebracht wird. Hier gibt es eine Einführung für die Volkshochschule Bremgarten eine Stunde vor Vorstellungsbeginn.

Interaktives Erzähltheater

Spannung verspricht am 18. September das interaktive Erzähltheater zum Thema Lieblingsspeise für Asylsuchende und Einheimische des Playback- Theaters Zürich. Die Mitwirkenden werden ihre Erlebnisse, Gedanken und Geheimnisse rund um das Thema teilen, und zwar in englischer Sprache (mit Simultanübersetzung ins Deutsche und Englische). Der Eintritt zu diesem Erzähltheater ist gratis und die Platzwahl frei.

Mit eingängiger, leichter Musik, unter dem Titel «Vivere Accanto», verwöhnt das Marco Todisco Trio am 24. September das Publikum im Kellertheater. Mit «Kirchberger Idyllen» wartet Hansrudolf Twerenbold an seiner Lesung am 25. September auf. Der Schauspieler und der Saxofonist Räto Harder interpretieren eine Auswahl von Gedichten des Autors Hermann Burger.

Weiter geht es im Kellertheater mit einem Erzählabend am 29. Oktober, einer Dada-Matinee mit Überraschungsgast am 30. Oktober und der Mitwirkung an der Schweizer Erzählnacht am 4. November.

Neben vielen weiteren Gastspielen stösst bestimmt die Eigeninszenierung des Figurentheaters Kellertheater auf Interesse: «Prinzessin Pauline zieht los», lautet der Titel des Stücks, das am 26. November Premiere hat.