Es stimmt, dass der Name von CVP-Gemeinderat Heinz Nater auf der Liste der Steuerausstände der Gemeinde Muri steht, die innert einer bestimmten Frist auf der Finanzverwaltung öffentlich einsehbar ist.

«Aber es ist nicht so, dass ich meine Steuern nicht bezahlen will», sagt Nater. «Ich habe Einsprache gegen die Steuerveranlagung 2007 gemacht, und der Entscheid ist noch offen.»

Konkret flatterte Nater eine Steuerrechnung für das Veranlagungsjahr 2007 von Fr. 48'510.80 ins Haus.

Er erhob Einsprache dagegen, weil sein steuerbares Einkommen damals seiner Ansicht nach aufgrund falscher Kriterien berechnet wurde.

Bisher immer pünktlich bezahlt

«So hohe Steuerbeträge habe ich normalerweise nicht», lacht der Unternehmensberater. «Und ich habe meine Steuern bisher immer pünktlich bezahlt», hält er fest.

Nater ist Geschäftsführer und Verwaltungsratsdelegierter der KMU Ratingagentur AG in Zug und auch in der Lancierung von alternativen Finanzierungsmöglichkeiten für KMU engagiert.

Er bewertet Unternehmen im Zusammenhang mit Finanzierungen oder bei einer Nachfolgeregelung.

Ausserdem setzt er sich als Kommissionspräsident für die Wirtschaftsregion Oberes Freiamt ein. Im Gemeinderat betreut Heinz Nater seit 2010 die Ressorts Sicherheit, Wirtschaft und Kultur sowie Standortmarketing.

«Auch wenn eine Steuerforderung bestritten ist, muss sie nach Steuergesetz bezahlt werden», erklärt Patrik Lang, Leiter Finanzen der Gemeinde Muri.

Wird die Forderung nicht fristgerecht beglichen, erscheint sie auf der sogenannten «Ausstandsliste der Steuerjahre 2001 bis 2013». Eine Einsprache ändert daran nichts.

Wird die Veranlagung rechtens, hat der Steuerpflichtige einen Verzugszins auf dem geschuldeten, aber noch nicht bezahlten Steuerbetrag zu zahlen.

Umgekehrt erhält der Steuerpflichtige einen Vergütungszins für rechtzeitig bezahlte, allenfalls zu viel geforderte Steuern.

Nater ist Vizeammann-Kandidat

Brisant ist die Geschichte um den Steuerausstand, weil Heinz Nater im Wahlkampf steht. Er tritt für die CVP im Herbst wieder als Gemeinderat an und bewirbt sich auch um das Amt des Vizeammanns. Nater nimmt die ganze Sache aber relativ gelassen.

«Hinter dem sogenannten Steuerausstand steckt kein Geheimnis. Würde ich meine Steuern nicht bezahlen, würde ich mich sicher nicht als Gemeinderat zur Verfügung stellen.» Er hofft, dass der Wahlkampf bis zur Entscheidung am 22. September «ab jetzt mit Inhalten und nicht unter der Gürtellinie geführt wird».