Merenschwand

46 Bausünden in 3 Jahren: Gemeinde nimmt Hausbesitzer in die Pflicht

Von Neujahr 2013 bis Ende September 2016 mussten die Merenschwander Behörden in 46 Fällen Bussen aussprechen. to

Von Neujahr 2013 bis Ende September 2016 mussten die Merenschwander Behörden in 46 Fällen Bussen aussprechen. to

Die lokalen Fälle von Missachtung der Bauvorschriften sind in der Gemeinde Merenschwand erheblich angestiegen.

Darf ein Gartenhäuschen ohne Baubewilligung aufgestellt werden? Braucht es die behördliche Zustimmung für einen Sichtschutz auf dem Balkon? Ist das Errichten eines Parkplatzes beim Einfamilienhaus bewilligungspflichtig?

Wer sich mit solchen oder ähnlichen Bauplänen befasst, tut gut daran, sich vorab bei der örtlichen Bauverwaltung zu informieren – und zwar bevor das Gartenhäuschen steht, der Sichtschutz angebracht und der Parkplatz gepflastert ist.

Nicht für jede Bauherrschaft ist klar, dass grundsätzlich alle Bauten und Anlagen, ihre wesentliche Umgestaltung, Erweiterung oder Zweckänderung, ferner der Abbruch von Gebäuden oder Gebäudeteilen, einer Bewilligung der Behörden bedarf. Davon kann der Gemeinderat Merenschwand ein Lied singen. So ist in der Gemeinde die Anzahl von Strafverfahren wegen Missachtung von Bauvorschriften in den letzten Jahren erheblich angestiegen.

Von Neujahr 2013 bis Ende September 2016 mussten in 46 Fällen Bussen von total 32 300 Franken ausgesprochen werden. Diese Tatsache veranlasste den Gemeinderat Merenschwand diese Woche, an die Bestimmungen im Zusammenhang mit der Bautätigkeit zu erinnern.

Wer ohne Baugesuch und ohne Baubewilligung oder aber nach Einreichung eines Baugesuches, aber vor Erteilung der Baubewilligung Bauten oder bauliche Massnahmen ausführt, macht sich strafbar. Dabei sieht das Baugesetz Bussen im Betrag bis 50 000 Franken vor. Dazu kommen noch die Verfahrenskosten.

«Bei uns in Merenschwand gehen wir nach dem Prinzip der Gleichbehandlung vor. Der Gemeinderat verfolgt eine Linie, an die er sich hält. Die Vorschriften müssen ausnahmslos und konsequent eingehalten werden.

Wer sich nicht innerhalb der gesetzlichen Bestimmungen bewegt, muss die Konsequenzen tragen», erklärte Gemeinderat Rainer Heggli gegenüber der Aargauer Zeitung auf Anfrage. Er ist in Merenschwand Vorsteher des Bauressorts und immer wieder mit Fällen von Widerhandlungen gegen die Baubestimmungen konfrontiert.

«Wer etwas bauen will und sich an die Vorgaben hält, wird von der Gemeinde unterstützt. Daher ist es sinnvoll, die entsprechenden Informationen und Auskünfte frühzeitig einzuholen.»

Baubewilligung: Ja oder nein?

Genau dieser Meinung ist auch Bauverwalter Köbi Beck: «Gebüsst wird, wer ohne Bewilligung baut.» Er erinnerte im Gespräch mit der az daran, dass auch Terrainveränderungen der Baugesetzgebung unterliegen. Etwas, woran nicht in jedem Fall gedacht wird. Der Merenschwander Bauverwalter empfiehlt deshalb Bauwilligen, sich im Zweifelsfall rechtzeitig bei der Bauverwaltung zu erkundigen, ob für ein bestimmtes Vorhaben eine Baubewilligung benötigt wird oder nicht.

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