Fischbach-Göslikon
45 zu 45: Knapp am Gemeindehaus-Nein vorbeigeschrammt

Die Gemeindeversammlung hat das neue Gemeindehaus samt Bauamt ohne Tiefgarage für 5,8 Mio. Franken genehmigt. Beinahe wäre das Grossprojekt bachab geschickt worden.

Lukas Schumacher
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Visualisierung: das neue Gemeindehaus Fischbach-Göslikon.

Visualisierung: das neue Gemeindehaus Fischbach-Göslikon.

zvg

Es war eine sehr enge Geschichte. Ein Rückweisungsantrag zum Gemeindehaus-Neubau «Ursus» scheiterte nur hauchdünn. 45 Dorfbewohner waren für die Rückweisung, 45 waren dagegen. Eine Pattsituation also.

Sollte nun Gemeindeammann Walter Stierli den Stichentscheid fällen? Nein, musste er nicht. Die einleuchtende Erklärung: Der Rückweisungsantrag hat keine Mehrheit gefunden und gilt daher als abgelehnt.

Gestellt hatte den Rückweisungsantrag Hugo Kreyenbühl, der als Gemeindeschreiber von Niederrohrdorf arbeitet. Er bezeichnete den Neubau als «zu gross und zu teuer.»

Änderungsantrag angenommen

Lebhaft und engagiert wurden Bauvarianten, Zusatz- und Abänderungsanträge zum Gemeindehaus erörtert und diskutiert. Allmählich kam der Eindruck auf, dass die Neubaupläne versenkt werden.

Im Rückblick brachte «Finanzminister» Hans Peter Flückiger die Stimmung zum Kippen. Er teilte mit, dass die Gemeinde seit 2007 «rund 661 000 Franken in die Gemeindehausplanung gesteckt hat», und diese schöne Stange Geld bei einem Nein quasi für die Katze gewesen wäre.

Zustimmung fand letztlich ein von Versammlungsteilnehmer Stefan Trachsler vorgeschlagener Änderungsantrag. Demnach wird das neue Gemeindehaus samt Bauamt so weit wie möglich in nördliche Richtung verschoben, wobei man auf die 400 000-fränkige Tiefgarage verzichtet, genauso auf ein Gemeindehaus-Provisorium für 90 000 Franken; wegen der Verschiebung muss das alte Gemeindehaus erst abgebrochen werden, wenn der Neubau bezugsbereit ist.

Kostenpunkt: 5,76 Mio. Franken brutto; die Nettobaukosten der Gemeinde betragen 5,44 Mio. Franken. Trachslers Antrag kam in der Schlussabstimmung mit 77 Ja gegen 24 Nein durch. Ob erneut das Referendum ergriffen wird und das langwierige Hin und Her um ein neues Gemeindehaus eine Fortsetzung findet, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

Im Sog des Gemeindehausneubaus und um der Verschuldung entgegenzuwirken, erhöhte die Versammlung den Steuerfuss um 103 auf 109 %. Stefan Trachslers Antrag, den Steuersatz nur um 4 statt 6 Prozentpunkte anzuheben, wurde verworfen. Zu diskutieren gab die geplante neue Eishalle Wohlen.

Soll Fischbach-Göslikon das regionale Sportprojekt finanziell unterstützen, und falls ja, mit welchem Betrag? 50 000, 60 000 oder 100 000 Franken kamen zur Abstimmung.

Die Mehrheit entschied für die 100 000-Franken-Schenkung, nachdem Gemeindeammann Walter Stierli erläutert hatte: «Für den Gemeindebeitrag können unsere Dorfbewohner die Eisbahn günstiger benützen und die Eismiete für unseren Hockeyclub wird preiswerter.»

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