«Es gibt Orte, wo eine Verkehrsberuhigung mit Tempo 30 sinnvoll ist, zum Beispiel beim Kindergarten oder im Bereich der Schule», sagt Stefan Furrer. Für den Waltenschwiler Referendumsführer ist allerdings klar: «Die flächendeckende Einführung von Tempo 30 in der Gemeinde ist übertrieben.» Deshalb hat Furrer, der als Servicetechniker tätig und in Waltenschwil aufgewachsen ist, zusammen mit Gleichgesinnten im Dorf Unterschriften gesammelt.

65 Listen mit total 432 Unterschriften wurden am 20. Juli bei der Gemeindekanzlei eingereicht. 426 davon sind nach der Prüfung gültig, damit wurde die für ein Referendum benötigte Zahl von 347 Unterschriften deutlich übertroffen. Der Waltenschwiler Gemeinderat teilt mit, «dass das eingereichte Referendum den gesetzlichen Anforderungen entspricht, die vorgeschriebene Anzahl gültiger Unterschriften aufweist und somit als zustande gekommen gilt».

«Gmeind» sagte deutlich Ja

Stefan Furrer freut sich: «Wir haben uns 400 Unterschriften zum Ziel gesetzt, dass wir trotz Sommerferienzeit sogar 426 erreicht haben, stimmt mich sehr positiv», sagt der Referendumsführer. Furrer hat selber an der Gemeindeversammlung vom 15. Juni teilgenommen, wo die Tempo-30-Vorlage mit 155 Ja- zu 69 Nein-Stimmen deutlich gutgeheissen wurde. «An der ‹Gmeind› hatten vor allem die Befürworter stark mobilisiert, der Elternrat war im Vorfeld sehr aktiv», erinnert sich Furrer.

Und er ergänzt: «Ich hatte auch den Eindruck, dass manche Leute anders gestimmt hätten, wenn die Abstimmung geheim gewesen wäre.» Furrer ist froh, dass nun ganz Waltenschwil an der Urne über die Einführung von Tempo 30 entscheiden kann. Die fällige Referendumsabstimmung hat der Gemeinderat auf den 23. September festgelegt. «Nun haben die Referendumsführer Zeit, eine Stellungnahme einzureichen», sagt Gemeindeschreiber Frank Koch. Die Argumente der Gegner von Tempo 30 würden dann zusammen mit jenen des Gemeinderates in den Abstimmungsunterlagen veröffentlicht, erläutert Koch.

Argumente der Tempo-30-Gegner

Stefan Furrer, der im Hinblick auf die Abstimmung mit seinen fünf Mitstreitern eine Interessengemeinschaft gründen möchte, zählt jetzt schon einige Argumente auf, die aus seiner Sicht gegen Tempo 30 in allen Waltenschwiler Quartieren sprechen. «Es sind immer dieselben Leute, die zu schnell fahren - man sollte besser diese 5 Prozent bestrafen, statt überall Tempo 30 einzuführen.» Zudem ist Furrer der Ansicht, die bewilligten 120 000 Franken würden für die nötigen baulichen Massnahmen nicht ausreichen. Und er betont: «Mit der Einführung von Tempo 30 würden auf den Strassen auch Hindernisse für die Landwirtschaft und das Bauamt entstehen.» Überdies hält Furrer fest, in Waltenschwil gebe es keinen Schleichverkehr, der Tempo 30 rechtfertigen würde. «Wer durch ein Quartier fährt, der wohnt auch dort, der Durchgangsverkehr fliesst über die Kantonsstrassen.»