In Beinwil steht ein markantes Gebäude zum Verkauf. Der «Meienberghof», ein Bauernhaus mit alter Sägerei und dazugehörenden Gebäuden im Weiler Winterschwil, soll 4,2 Mio. Franken bringen.

Der gut erhaltene Flecklingsständerbau wurde 2007 aussen restauriert und ist das Hauptgebäude eines ehemaligen landwirtschaftlich-gewerblichen Grossbetriebs, dem ausser der Getreidemühle und der Bäckerei auch eine Sägemühle sowie eine ebenfalls mit Wasserkraft aus dem Mühleweiher angetriebene Ölpresse angegliedert waren, heisst es in der Verkaufsausschreibung.

Mit eigenem Weiher

Die heutige Grundstücksfläche von insgesamt 14 024 Quadratmetern umfasst den Gebäudeplatz, das Sägeumgelände, den Mühleweiher, den Weiherdamm, Wiese, Wald sowie den Kanalzulauf vom Altbach zum Weiher. Das Grundstück befindet sich in der Landwirtschaftszone mit überlagerter Weilerzone Winterschwil und ausserhalb des bäuerlichen Bodenrechts.

Der Weiher, hier nur ein Teil zu sehen, bot genügend Wasserstau für den Betrieb der Mühle.

Der Weiher, hier nur ein Teil zu sehen, bot genügend Wasserstau für den Betrieb der Mühle.

Auf dem weitläufigen Grundstück der alten Mühle Winterschwil befinden sich ein grosses Wohnhaus mit Bäckerei und Mühlenkammer (Hauptgebäude), ein Schweinestall, die Sägerei sowie die angebaute ehemalige Ölpresse mit Schopfanbau und Hühnerhaus, ein Waschhaus, ein grosser Holzschopf und zwei weitere Hühnerhäuser.

Das Gebäude hat eine lange Geschichte. Wie Jakob Kreyenbühl-Strebel im Beinwiler Buch «Zeitbilder einer Landgemeinde» von 1988 festhält, wurde die Winterschwiler Mühle am 15. November 1563 von einem Müller namens Bucher gekauft; vorher gehörte sie einem gewissen Suter.

1640 befand sie sich im Besitz der Familie Nietlispach, später Johann Meienberg. Dank dem dazugehörenden Weiher mit einem guten Wasserstau konnte die Mühle bis 1910 betrieben werden. Nach Renovationsarbeiten in jüngerer Zeit ist die heutige Säge wieder funktionstüchtig.

Dienstbarkeiten aus früherer Zeit

«Interessant sind auch die zugehörigen Dienstbarkeiten, die in früheren Zeiten für die Existenz des Betriebes wichtig waren, wie: eine halbe Dorfgerechtigkeit zur Abdeckung des Holzbedarfs, ein ehehaftes Wasserrecht mit Zufluss zum Mühleweiher, ein Quellenrecht, die Benützung eines Griensammlers für den Kies- und Sandbezug sowie ein ehehaftes Fischereirecht im Mühleweiher», wird in der Verkaufsauschreibung festgehalten.

Intakter Weiler

Der Meienberghof ist nicht nur auf dem erwähnten Beinwiler Buch auf dem Umschlag abgebildet, sondern auch die Illustration des Bandes 1 «Die Bauernhäuser des Kantons Aargau» von Pius Räber, 1996 herausgegeben von der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde.

Das ist nicht von ungefähr: Der Weiler Winterschwil gilt als eine der intaktesten ländlichen Siedlungen im Aargau. Das wurde 1987 mit der Verleihung des Aargauer Heimatschutzpreises gewürdigt. Die erste urkundliche Erwähnung Winterschwils stammt aus einer Schenkungsurkunde des Klosters Muri aus dem Jahr 1064.